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Midem: Globale Datenbank für Musikrechte kommt

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Bis Ende Februar soll die Entscheidung für eine gemeinsame globale Datenbank für Musiktitel fallen, die so genannte Global Repertoire Database (GRD). Dass das Projekt noch scheitern könnte, schlossen die verschiedenen Partner der Initiative, darunter Rechteinhaber, Verwertungsgesellschaften und Provider, auf der Musikmesse Midem in Cannes praktisch aus. Allenfalls über das "Wie" könne man sich noch etwas streiten, versicherten die Experten.

Die GRD soll ihren Nutzern, allen voran Online-Musikplattformen, einen einfachen Überblick über die Rechtelage für abgefragte Titel geben. Die Technik ist dabei noch das kleinste Problem. Mit dem von den Verwertern im Vereinigten Königreich, Schweden und Deutschland bereits eingesetzten ICE-Datenbank gibt es ein akzeptiertes Modell. Doch sei noch offen, wie die Datenbank gemanagt werden soll und wer dafür bezahlt, erklärte ein Vertreter von Omnifone. Ein ehemaliges Mitglied der GRD-Arbeitsgruppe, die nach einem Aufschlag von EU-Kommissarin Neelie Kroes die verschiedenen Player im Lizenzgeschäft an einen Tisch gebracht hatte, sagte gegenüber heise online, die Kosten für die Datenbank seien beträchtlich.

Die Kommission sitzt der inzwischen unabhängigen GRD im Nacken. Im April wird Brüssel Rechterahmen für die Arbeit der Verwertungsgesellschaften in Europa zu veröffentlichen. Auch das dürfte ein wichtiger Grund für eine schnelle Einigung zur Rechtedatenbank sein. Die Teilnehmer der GRD-Runde am Dienstag in Cannes wiesen klar auf die vielen Vorteile einer einheitlichen Datenbank hin. "Man stelle sich mal eine Welt mit GRD vor, in der ein Anbieter wie Google die GRD abfragen und dann automatisch und innerhalb weniger Tage Geld an die Verwertungsgesellschaften und Labels schicken kann."

Vorerst soll die GRD allerdings nur als reine Informations- und nicht als Lizenzierungsdatenbank konzipiert werden. Die parallelen Arbeiten bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) für ein International Musik Registry (IMR) seien noch ambitionierter, sagte Jane Dyball von Warner Chappell Music, daher müsse man darauf wohl noch etwas länger warten. (vza)