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Midem: Kulturminister hören sich die Sorgen der Musikindustrie an

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Auf der Musikmesse Midem in Cannes haben sich EU-Kulturminister und -beauftragte mit Vertretern der Musikindustrie getroffen. Eines der wichtigsten Themen war dabei der Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen. Neben Forderungen nach einem besseren Schutz gegen den "Missbrauch der Werke von Künstlern" gab es allerdings auch Stimmen, die auf den möglichen Nutzen von Creative-Commons-Lizenzen hinwiesen.

Vertreter der Musikbranche beklagten gegenüber den Ministern wieder einmal Probleme sinkender Einnahmen, mit denen die Investitionen in neue Talente und die Produktion neuer Werke nicht refinanziert werden könnten. "Die Verbraucher scheinen zu glauben, dass digitale Verfügbarkeit auch das Recht beinhaltet, nicht zu bezahlen", sagte Denis Olivennes, Aufsichtsratsvorsitzender der französischen Kette an "Kulturkaufhäusern" Fnac, der im vergangenen Jahr im Auftrag des französischen Präsidenten die Vereinbarung mit den Netzbetreibern und ISPs für den Kampf gegen unautorisierte Kopien erarbeitet hat.

Die niederländische Staatssekretärin Marja van Bijsterveldt-Vliegenthart empfahl, sich mit alternativen Lizenzen auseinanderzusetzen. Der Vertreter der EU-Kommission betonte, man brauche sicherlich klare Regeln, was Allgemeingut und was kommerzielles Gut sei, das geschützt werden müsse. Es müsse aber auch klar sein, dass das, "was frei im Netz ist, nicht umsonst ist". Creativ-Commons-Gründer Lawrence Lessig hatte auf der Midem damit geworben, dass die alternativen Lizenzen dem Urheberrecht mehr Respekt verschafften als die Urheberrechtskriege.

Die Generaldirektion Kultur spricht lieber über die Förderung der Kultur in Europa. In Anlehnung an das Motto der 42 Midem, die heute abend zu Ende geht, "Music is (A) live", denkt man so etwa über eine mögliche Unterstützung von Live-Musikveranstaltungen nach. Denn während die CD-Käufe im vergangenen Jahr wieder steil nach unten gingen steigen Konzerttickets weiter im Kurs. EU-Kommissar Jan Figel kündigte auf der Midem an, dass eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten soll, wie kleine und mittlere Unternehmen im Kultursektor besser gefördert werden können.

Siehe zur Musikmesse Midem auch:

(Monika Ermert) / (anw)