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MidnightBSD 1.0: Unix für den Desktop

Version 1.0 des unixoiden MidnightBSD unterstützt erstmals Ryzen-Hardware, lässt sich von ZFS starten und übernimmt einige FreeBSD-Funktionen.

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MidnightBSD 1.0: Unix für den Desktop

Mit der Freigabe der Version 1.0 aktualisiert MidnightBSD sein freies, quelloffenes Betriebssystem. Es handelt sich um einen Fork des unixoiden FreeBSD und richtet sich an Desktop-Nutzer.

Eine zentrale Neuerung gibt es beim Dateisystem: MidnightBSD lässt sich schon länger mit ZFS verwenden, nun lässt sich auch hiervon starten. Außerdem können Nutzer das System auf einer NVMe-SSD installieren. Beide Funktionen entstammen FreeBSD. Auch können Anwender künftig Ryzen-Prozessoren und die zugehörigen AMD-Chipsätze ihres Mainboards einsetzen. Hinzu kommt die Unterstützung für Intel-Chipsätze der achten Generation.

Außerdem lassen sich mit MidnightBSD künftig mehr Netzwerkgeräte und -funktionen nutzen. So haben die Entwickler mehrere WiFi-Chips integriert, unter anderem von Realtek, und Netzwerktreiber von Intel hinzugefügt. Mit einigen Intel-Chips lässt sich ferner Wake on LAN einsetzen.

Parallel zu AMDs Ryzen können Nutzer nun auch mehrere ältere Radeon-Grafikkarten mit MidnightBSD verwenden. Hierzu haben die Entwickler ebenfalls X.org aktualisiert. Hinzu kommen viele weitere Updates der enthaltenen Pakete, eine vollständige Liste finden Interessierte in den Release Notes.

Eine weitere Neuerung aus FreeBSD ist bhyve. Hierbei handelt es sich um einen eigens entwickelten Hypervisor. Während FreeBSD-Nutzer mit ihm bereits viele Linux-Distributionen und Windows-Versionen als virtuelle Maschinen aufsetzen können, konzentriert sich MidnightBSD noch auf den Betrieb von FreeBSD selbst.

Im Basissystem gibt es ebenfalls eine interessante Änderung: Die Entwickler haben sich dazu entschlossen, sudo zu entfernen und es durch doas zu ersetzen. Letzteres entstammt OpenBSD. Allerdings können Nutzer sudo weiterhin über die mports hinzufügen, wobei es sich um die Port-Sammlung des Betriebssystems handelt.

MidnightBSD erblickte als Fork von FreeBSD 6.1 beta das Licht der Welt. Grund hierfür war kein Streit über das System, vielmehr stellte es laut Entwickler Lucas Holt eine gute technische Basis dar. Das Betriebssystem erscheint für amd64- und i386-Rechner und steht als freie Software unter der FreeBSD-Lizenz. (fo)

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