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Mikro-U-Boot soll Krankheitserreger bekämpfen

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Japanische Wissenschaftler haben einen Antrieb entwickelt, der Mikrorobotern erlauben würde, innerhalb des menschlichen Köpers zu navigieren. Kazushi Ishiyama und Kollegen konstruierten schraubenförmige, etwa acht Millimeter lange Prototypen, mit etwa einem Millimeter Durchmesser, die durch ein rotierendes, externes Magnetfeld angetrieben werden. Die Wissenschaftler beschreiben ihr Projekt in der Fachzeitschrift Sensors and Actuators A (vol 91, p 141).

Die Wissenschaftler ließen die zwei Prototypen – einer war zusätzlich mit einer beheizbaren "Bohrspitze ausgestattet -- in zähem Silikon-Öl schwimmen. Umgerechnet auf die Strömungsverhältnisse in Wasser könnte nach ihrer Auffassung ein bakteriengroßes Mikro-U-Boot demnach mit einer Geschwindigkeit von einigen Millimetern pro Sekunde vorankommen. Ein solches Mikro-U-Boot könnte gezielt Medikamente in bestimmten Körperregionen deponieren oder beispielsweise Krebszellen vernichten.

Aber auch die wesentlich größeren Prototypen könnten medizinisch eingesetzt werden. Die Wissenshaftler demonstrierten, dass sich ihre Mikroschrauben auch durch biologisches Gewebe bohren können – sie könnten somit beispielsweise Katheter ersetzen. (wst)