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Milchprodukt mit Zahnschutzfunktion

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Eine Forschergruppe am MIT hat Joghurtbakterien so manipuliert, dass sie sich nicht nur als Zwischenmahlzeit eignen, sondern gleichzeitig auch die Zähne schützen können. Lactobacillus bulgaricus dient eigentlich dazu, bei der Herstellung des Milcherzeugnisses Lactose unter anderem in Glucose zu spalten. Die Wissenschaftler fügten nun eine Peptidfunktion ein, die dafür sorgt, dass den Zahnschmelz angreifende Bakterien wie Streptococcus mutans sich nicht mehr im Mundraum anheften können, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Wer ein so verändertes Joghurt isst, soll bereits von der Schutzwirkung profitieren, die mehrere Wochen anhält.

Zur Manipulation des Joghurtbaktierums bediente sich die MIT-Gruppe, die aus Studenten besteht und mit dem Projekt am "International Genetically Engineered Machines"-Wettbewerb (IGEM) teilnimmt. Es bedient sich Methoden aus der synthetischen Biologie, die zum Ziel hat, nützliche Mikroorganismen von Grund auf neu zu schaffen. In diesem Fall wurde Lactobacillus bulgaricus um ein DNA-Segment ergänzt, das mehre Gene enthält – eines, das für die Produktion des Peptids sorgt und ein weiteres, das das molekulare Signal zu seiner Ausscheidung gibt. Der nächste Schritt ist dann, diese DNA-Abschnitte in das Joghurtbakterium einzupflanzen. "Das fertige Milchprodukt würde vermutlich besser funktionieren als ein antibakterieller Wirkstoff, der einfach alles abtötet", sagt Chia-Yung Wu, Masterstudent im Fach Biologie am MIT, der das Team berät. "Wir gehen hier nur die gefährlichen Dinge im Mundraum an."

Das MIT-Team plant derzeit nicht, ein kommerzielles Produkt aus dem Zahnschutz-Joghurt zu schaffen, doch die biologischen Teile, die es zu seiner Perfektionierung entwickelt, könnten eines Tages bei anderen Anwendungen nützlich sein, beispielsweise zur Erhöhung des Nährwertes von Joghurt, in dem das Bakterium dann ein bestimmtes Vitamin produziert.

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(bsc)