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Militär-Projekt Maven: Google will Vertrag mit Pentagon nicht verlängern

Sieg für die Mitarbeiter: Google will sich nicht mehr an der Entwicklung von KI-Algorithmen für militärische US-Drohnen beteiligen.

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Militär-Projekt Maven: Google will Vertrag mit Pentagon nicht verlängern

(Bild: U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Brian Ferguson - USAF Photographic Archives / Gemeinfrei)

Google beabsichtigt, die Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium bei dem umstrittenen Militär-Projekt Maven nicht zu verlängern. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Google Cloud-Chefin Diane Greene. Demnach habe sie bei einem wöchentlichen Mitarbeitertreffen am Freitag darüber informiert, dass der bestehende Vertrag zur Mitentwicklung von KI-Algorithmen für militärische Aufklärungs- und Kampfdrohnen über das Jahr 2019 hinweg nicht verlängert werde. Damit reagiert Google auf Forderungen seiner Mitarbeiter und führender Wissenschaftler, die eine Beteiligung an der Herstellung von Kriegstechnik ablehnen.

Für das Projekt Maven liefert Google Algorithmen, die mittels Künstlicher Intelligenz (KI) dabei helfen sollen, automatisiert Videos von Drohnen auszuwerten, um darüber militärische Ziele zu bestimmen, ohne dass eine menschliche Begutachtung erfolgt.

Umstritten ist das Projekt deshalb, weil damit bewaffnete Kampfdrohnen wie beispielsweise die MQ-9 Reaper von General Atomics ausgerüstet werden könnten. Dies würde es der Drohne ermöglichen, selbstständig militärische Ziele auszusuchen und zu bekämpfen.

Google-Mitarbeiter verurteilten die Beteiligung an dem Projekt und forderten die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium beim Projekt Maven aus ethischen Gründen, befürchteten aber auch, dass das gute Image Googles darunter leiden könnte. Einige Mitarbeiter hatten deswegen sogar gekündigt. Den Google-Mitarbeitern sprangen mehrere Hundert führende Wissenschaftler zur Seite. In einem offenen Brief an die Führungsspitzen von Google und dessen Mutterkonzern Alphabet forderten sie eine sofortige Beendigung der Unterstützung des Projektes.

Den Vertrag mit einer Laufzeit von insgesamt 18 Monaten wird Google vermutlich einfach auslaufen lassen, aber nicht vorzeitig kündigen, berichtet die New York Times. Eine Stellungnahme des Pentagon steht noch aus.

Für das US-Militär spielt künstliche Intelligenz bei der Kriegsführung der Zukunft eine große Rolle. Durch automatisierte Entscheidungen von KI-Systemen erhofft man sich militärische Vorteile durch eine kürzere Reaktionszeit und damit schnellere Militärschläge. (olb)

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