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Militärroboter: Wenn Terminatoren Terroristen jagen

Robotik und künstliche Intelligenz zum Vorteil der Menschen zu nutzen, das hoffen viele. Aber die Sorge, dass es auch anders kommen könnte, hat offenbar auch im militärischen Diskurs mehr Raum gewonnen.

Terminator T-800

(Bild: Dick Thomas Johnson, Lizenz Creative Commons CC BY 2.0 )

Das waren ungewöhnliche Töne beim Forum Unmanned Vehicles 6 der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) in Bonn-Bad Godesberg. Es könne einem angst und bange werden angesichts der technologischen Möglichkeiten, die sich abzeichneten, sagte der DWT-Vorsitzende General a.D. Rainer Schuwirth in seinem Schlusswort.

Zwar betonte er auch seine Zuversicht, dass es gelingen werde, die Technologien der Robotik und künstlichen Intelligenz zum Vorteil der Menschen zu nutzen. Aber die Sorge, dass es auch anders kommen könnte, hat offenbar auch im militärischen Diskurs mehr Raum gewonnen.

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Michael Lauster (Fraunhofer INT) hatte in seinem Vortrag zum Abschluss des Forums dafür auch einige Munition geliefert – in Wort und Bild. Für die Figuren aus dem Film "Transformers", die auf der ersten Folie zu sehen waren, schien sich Lauster fast entschuldigen zu müssen. "Man findet auch in einfach gestrickten Filmen immer wieder interessante Ideen", sagte er.

Im Fall der Transformers sei das zum Beispiel die Wandelbarkeit. Natürlich sei so eine Eigenschaft wünschenswert, etwa in Gestalt tauchfähiger Flugzeuge. In seinem Überblick über Robotertechnologien in zukünftigen militärischen Szenarien, bei dem er sich in Anlehnung an den Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke bewusst über die Grenzen des derzeit Möglichen hinaus wagte, bot Lauster ein beeindruckendes Panorama: von riesigen autonomen Flugzeugträgern und fliegenden Mutterschiffen, die kleinere Fluggeräte transportieren (Darpa Gremlins, BEA Transformers), über Drohnen, die sich wie Raubvögel Soldaten im Flug greifen, zu "Smart Dust" – winzigen, kaum wahrnehmbaren Partikeln, die als intelligenter Schwarm überm Feindesgebiet ausgestreut werden.

Das sei keine Science-Fiction, betonte Lauster, bereits 2015 sei es gelungen, einen kompletten Computer im Volumen von einem Kubikmillimeter unterzubringen. Miniaturisierung sei ein entscheidender Aspekt der technologischen Entwicklung, ebenso die unvermeidlich zunehmende Autonomie der Systeme. Es gebe ein hohes Potenzial für einen Rüstungswettlauf, der erheblich schwerer zu kontrollieren sein dürfte als bei den Nuklearwaffen.

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