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Millionen von Kreditkartendaten bei Aktion gegen Kinderpornografie überprüft

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Bei der Operation "Mikado" gegen Kinderpornografie haben Fahnder aller Landeskriminalämter unter der Federführung der Staatsanwaltschaft Sachsen-Anhalt und des dortigen LKA im September 2006 bundesweit hunderte Wohnungen durchsucht. Um zuvor den 322 Beschuldigten auf die Spur zu kommen, haben die Ermittler mit Keditkartenfirmen kooperiert. Diese durchsuchten Transaktionen von Millionen von Kreditkarten nach Suchkriterien wie bestimmte Geldsummen oder Stichwörter. Ein Sprecher des LKA Sachsen-Anhalt bestätigte gegenüber heise online teilweise einen Bericht auf Spiegel online von heute. Ob tatsächlich wie berichtet 22 Millionen Kreditkarten überprüft wurden, mochte er nicht bestätigen, zumal die Daten nicht von den Ermittlern selbst überprüft wurden. Ihnen seien lediglich die Suchtreffer übergeben worden. Die Zahl 22 Millionen entspreche dem Stand von 2005.

Laut Spiegel online hatte eine Strafanzeige aus der Bevölkerung die Fahnder der Zentralstelle gegen Kinderpornografie in Halle zu einer einschlägigen Site im Internet geführt. Um den Kunden dieser Website auf die Spur zu kommen, seien die Kreditkartenfirmen gebeten worden, zu überprüfen, ob eine bestimmte Summe in einem festgelegten Zeitraum auf ein verdächtiges Konto im Ausland überwiesen worden ist. Sämtliche Unternehmen der Kreditkartenwirtschaft hätten offenbar mit der Polizei kooperiert. Die Überprüfung einzelner Kreditkarten sei bei der Bekämpfung der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet üblich, doch die bundesweite Überprüfung sämtlicher Kreditkarten ein Novum, zitiert der Bericht einen "erfahrenen Ermittler".

Die Polizei in Sachsen-Anhalt trat im Jahr 2003 mit der "Operation Marcy" in Erscheinung. Sie war bis dahin die größte Aktion gegen die internationale Kinderpornografie-Szene. Dabei wurden insgesamt 530 Bundesbürger des Besitzes oder des Verbreitens von kinderpornografischen Schriften verdächtigt. Weltweit waren von den Ermittlungen in 166 Ländern rund 26.500 tatverdächtige Internet-Nutzer betroffen. Genaueres zu der jüngsten Operation will das sachsen-anhaltische Justizministerium morgen auf einer Pressekonferenz bekannt geben. (anw)

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