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Millionendeal: Münchener Rück schluckt IoT-Start-up Relayr

Die Münchener Rück übernimmt das Start-up Relayr. Der Versicherungskonzern will dessen Know-how im Bereich IoT und Big Data für die Risikoanalyse nutzen.

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Münchener Rück übernimmt Middleware-Start-up Relayr

Die Münchener Rück erwirbt über ihre Spezialversicherungs-Tochter HSB das Berliner Tech-Start-up Relayr. Die junge Firma bieten industrielle Ende-zu-Ende-Middleware im Bereich IoT und Digitalisierung an; der Wert wird mit rund 300 Millionen US-Dollar (260 Millionen Euro) taxiert. Die Münchener Rück erhofft sich von dem Geschäft, den Kunden zukünftig über die IoT-Technik Instrumente für Risikomanagement, Datenanalyse und Finanzmanagement anbieten zu können. Das teilte sie in einer Presseerklärung zur Übernahme von Relayr mit.

Das 2013 gegründete Relayr bietet Softwarelösungen an, die Daten verschiedener Geräte und Maschinen in einer Cloud sammeln und analysieren. Dabei können ältere und neuere Hard- und Software im IoT eingebunden werden. Mit Hilfe von Big Data lassen sich dann beispielsweise sehr genaue Aussagen zur Ausfallwahrscheinlichkeit und Wartungspriorität von Komponenten und Anlagen treffen. Damit kann ein Unternehmen die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen effizient koordinieren.

Bereits 2016 war Relayr eine Kooperation mit HSB eingegangen und hatte sein Portfolio um finanz- und versicherungstechnische Produkte erweitert. Bediente das Start-up bisher vor allem den Markt der kleinen und mittleren Unternehmen, plant die Münchener Rück, zukünftig auch große Industriekonzerne mit Technik von Relayr auszustatten. Relayr mit seinen 200 Mitarbeitern soll den Aussagen der Münchener Rück zufolge weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren und seine Unternehmenskultur behalten.

Die Akquisition von Relayr ist Teil einer langfristigen Strategie aus Übernahmen, Kooperationen und Eigenlösungen, mit der sich die Münchener Rück für den erwarteten technischen und strukturellen Wandel im Versicherungswesen wappnen will. IoT- und Big-Data-Lösungen wie die von Relayr sollen Versicherern und ihren Kunden zu noch präziseren Risikoanalysen verhelfen. Dies würde versicherungsrelevante Schäden durch technisches Versagen seltener machen und damit die Wettbewerbsfähigkeit aller Beteiligten erhöhen. (mon)