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Ministerium lässt neue Kosten-Analyse für Gesundheitskarte erstellen

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Die umstrittene Kosten-Nutzen-Analyse, die die Kosten für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auf 3,9 Milliarden bis 7 Milliarden Euro taxiert, soll neu erstellt werden. Dies erklärte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums gegenüber dem Handelsblatt. Die Studie, die von der Unternehmensberatung Booz, Allen, Hamilton erstellt wurde, habe mit überhöhten Zahlen gearbeitet und werde derzeit neu erstellt, heißt es in dem Bericht.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Kosten-Nutzen-Analyse, von der die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung als erste berichtete, den Gesellschaftern der gematik noch nicht vorliegt. Deshalb gibt es keine Stellungnahme von der Projektgesellschaft aus Krankenkassen, Arzt- und Apothekerverbänden, die mit der Einführung der eGK betraut ist. Die gematik meldete am vergangenen Freitag nur die Einstellung eines zweiten Geschäftsführers, mit dem die Einführung der Gesundheitskarte vorangetrieben werden soll. Der Diplominformatiker Peter Bonerz, der zuvor die Fiscus GmbH, den staatseigenen Dienstleister für die Finanzbehörden leitete, löst bei der gematik den Interims-Geschäftsführer Harald Flex ab.

Warum die Kosten-Nutzen-Analyse von Booz, Allen, Hamilton die bisherigen Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums gleich um das Dreifache übersteigen, ist nicht bekannt. Das Handelsblatt selbst zitiert aus Krankenkassen-Kreisen, dass technisch überfrachtete Lösungen die Kosten explodieren ließen. So sorge die Entscheidung, das elektronische Rezept auch auf der Gesundheitskarte der Versicherten zu speichern und nicht auf einen zentralen Server zu lagern, dafür, dass sich das System massiv verteuere. Weil der Server weiter für "Update-Funktionen" benötigt werde, seien teure "Parallelstrukturen" notwendig, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:

(Detlef Borchers) / (anw)