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Mints Cinnamon-Desktop in Fedora integriert

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Seit kurzem findet sich in den Paket-Depots des Fedora-Projekts die vom Linux-Mint-Gründer Clement Lefebvre gestartete Desktop-Oberfläche Cinnamon. Der in vielen Aspekten an Gnome 2 erinnernde Desktop war bei Fedora schon seit dem Jahreswechsel recht einfach über ein Add-on-Depot installierbar, das Fedora-Entwickler Leigh Scott betreute.

Fedora 17 mit Cinnamon.

Parallel zur Wartung dieses Depots hat Scott die Pakete mit Cinnamon und dem vom Desktop benötigten Compositing Window Manager Muffin zur Begutachtung beim Fedora-Projekt eingereicht. Dabei fanden sich allerlei Probleme, die in den vergangenen sechs Monaten behoben wurden. Nachdem erst Muffin und vor einigen Tagen auch das Paket mit Cinnamon für gut befunden wurden, ist der Desktop seit kurzem in den Standard-Update-Depots für Fedora 17 erhältlich; von dort kann man ihn über einen Befehl wie "yum install cinnamon" installieren und anschließend beim Anmelden über GDM und Co. auswählen. Sofern sich Scott oder ein anderer Entwickler weiter um die Pakete kümmert, sollte der Desktop auch Bestandteil des im Herbst erwarteten Fedora 18 werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch Entwickler zu Erstellung einer Fedora-Variante ("Spin") zusammenfinden, die Cinnamon als Standard-Desktop einsetzt. Alles deutet darauf hin, dass das Fedora-Projekt ungeachtet dessen weiter voll auf Gnome als Standard-Desktop setzen wird.

Cinnamon lässt sich bei Fedora 17 jetzt im Handumdrehen installieren.

Auch die Entwickler des Add-On-Depots, über das sich Ubuntus Unity-Desktop seit einigen Tagen an Fedora dranflanschen lässt, wollen ihre Pakete in Fedora aufnehmen lassen – das erleichtert Anwendern nicht nur die Installation, sondern führt durch die Qualitätskontrolle meist zu einer besseren Integration und umgeht zudem Probleme, die Add-on-Depots gelegentlich mit sich bringen. In einer Mail haben die Unity-Paketierer einige der Schwierigkeiten erläutert, die vor einer Integration gelöst werden müssten. So müssten etwa libXfixes, xorg-x11-proto und xorg-x11-server verändert und Probleme beim Kompilieren mit GCC 4.7 gelöst werden. Auch GTK+ brauche Modifikationen; wie Fedora- und GTK-Entwickler Matthias Clasen bereits zuvor erläutert hatte, haben die GTK+- und Canonical-Entwickler aber bereits einige der von Unity benötigten Funktionen in die aktuelle GTK+-Version integriert, um die Unterschiede zu minimieren, damit kein tiefer, permanenter Riss zwischen den Entwicklergruppen entsteht.

Siehe dazu auch:

(thl)