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Missing Link: Cuxxxhaven, oder: Was vom Urlaubs-WLAN übrig blieb

Was passiert, wenn man bestimmte Heise-Meldungen über das Urlaubs-WLAN aufruft? Stephen Fischer aus der Web-Entwicklung hat da so seine eigenen Erfahrungen. Eine Geschichte über Urlaub, Security und Peinlichkeiten.

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Missing Link: Cuxxxhaven, oder: Was vom Urlaubs-WLAN übrig blieb

Ja, auch das ist Cuxhaven. Die Sanderlinge haben aber wenigstens keine seltsamen Probleme mit dem WLAN.

(Bild: Dr. Georg Wietschorke, gemeinfrei (Creative Commons CC0, mehr Informationen zum Sanderling bei der Schutzstation Wattenmeer )

"Musst du da im Urlaub auch noch draufgucken?", fragt mich Birke, meine Freundin, im Cuxhaven-Urlaub. Wir residieren in der kleinen und sehr ruhigen Vier-Ferienhäuser-Anlage der etwa 70-jährigen Frau Bechmann. Freies WLAN ist inklusive wie uns Frau Bechmann nicht ohne Stolz bei der ersten Begehung erzählt.

Eben jenes nutze ich jetzt, um trotz meines Urlaubs von der Heise Web-Entwicklung einen kurzen Blick auf den Alltag der daheimgebliebenen Kollegen zu werfen. Es ist später Vormittag und mein eigentlicher Auftrag lautet ein Restaurant herauszusuchen. Ein bis zwei Tickermeldungen können meiner Einschätzung nach aber nicht schaden.

Während der Lektüre einer Meldung mit dem Titel "Keine Promis im Internet-Rotlichtbezirk .xxx" packt mich aber das Freizeit-Pflichtbewusstsein und ich widme mich wieder der eigentlichen Aufgabe. Beim Aufruf der Suchmaschine meines Vertrauens begrüßt mich aber nur eine Firewall-Nachricht, genau wie auf allen anderen Seiten, die ich in schnellen Stichproben zu öffnen versuche. Ich sehe mir die Meldung der Router-Firewall an und in mir keimt der Gedanke, dass ich für die "Violation of URL filter restrictions" verantwortlich sein könnte. Ich gehe zurück zum Browser-Tab mit der Heise-Meldung und sehe, dass die "sprechende URL" der Meldung "xxx" enthält und ahne, dass mir eine peinliche Begegnung bevorsteht.

Ironischerweise habe ich die "sprechenden URLs" auf heise.de selbst mit eingerichtet. Mein langgezogenes "Ääähm..." löst bei meiner Freundin augenblicklich den "Er hat Mist gebaut"-Instinkt aus. Irgendwie ja auch zu Recht. Um Zeit zu gewinnen, antworte ich auf die Frage, was ich gemacht habe vorerst nur nebulös: "Das Internet geht grad nicht..."

Mir kommt der hoffnungsvolle Gedanke, dass der Router vielleicht nur die Mac-Adresse meine Notebooks gesperrt hat. Die Firewall-Meldung auf dem Display meines gezückten Smartphones nennt mich einen naiven Narren. Dass ich mit resignierendem Gesichtsausdruck mein Telefon zurück in die Hosentasche stecke, scheint bei Birke weitere investigative Instinkte zu wecken. Mein nächster Strohhalm ist, dass die Sperre nur vorübergehend ist und ich beschließe die Sache vorerst auszusitzen.

Aussitzen in Cuxhaven

(Bild: Christiane, gemeinfrei )

Ich habe seit längerem die Theorie, dass wir Kinder der "Generation Kohl" was die Schockstarre als Problembewältigung angeht, mehr von der Bundesregierung der 90er geprägt wurden als uns lieb ist. Unterwegs zum Dorfkern suche ich im schnarch-langsamen mobilen Internet Cuxhavens nach einem guten Fischrestaurant. Wir werden schließlich fündig und beim Essen gestehe ich dann auch, dass ich ein ganz grobe Ahnung habe, warum das Internet nicht mehr geht.

"Heißt das du musst gleich zur Herbergsmutter gehen und ihr gestehen, dass du in ihrem Internet Pornos geguckt hast?", fragt Birke höchst amüsiert und schiebt noch ein "Darf ich das filmen?" hinterher. Ich verneine und stelle unnötigerweise klar, dass ich keine Pornofilme geguckt habe.

"ICH glaube dir das sogar."

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