Missing Link: Wer bändigt die Künstliche Intelligenz?

Die meisten Deutschen fordern KI-Regulierung vom Staat

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Mitten in der lebhaften Debatte sind gut drei Viertel der Bundesbürger dafür, algorithmische Systeme einzuhegen: 78 Prozent der Deutschen fordern, dass der Staat Gesetze und Vorschriften zur Regulierung von KI verabschieden sollte. Dies hat eine am Montag veröffentlichte Studie des TÜV-Verbands ergeben. Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsunternehmen Ipsos hierzulande 1000 Personen über 16 Jahren.

85 Prozent der Teilnehmer sprechen sich dafür aus, dass Produkte und Anwendungen mit KI an Bord klar gekennzeichnet werden. Genauso viele sind der Meinung, dass derlei Technik erst auf den Markt gebracht werden sollte, wenn unabhängigen Stellen ihre Sicherheit getestet haben. Dafür müsste der Zugang zu den dafür notwendigen sicherheitsrelevanten Daten aber zunächst gewährleistet sein.

Was Schwächen von KI angeht, sind die Bundesbürger nicht sonderlich tolerant. 40 Prozent erwarten 100 Prozent Fehlerfreiheit, 34 Prozent würden einem KI-System in Ausnahmefällen Unvollkommenheiten zugestehen. 17 Prozent sind aber der Ansicht, Fehler gehörten dazu. Geht es um die besonders sicherheitskritische Anwendung des automatisierten Fahren stimmen wiederum 84 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass autonome Fahrzeuge absolut fehlerfrei arbeiten müssten. Genauso viel Zuspruch findet die These, dass KI-Systeme in Fahrzeugen von unabhängigen Stellen überprüft werden sollten.

Laut der Umfrage kennen 94 Prozent der Befragten den Begriff Künstliche Intelligenz, aber nur etwa jeder Dritte kann ihre wichtigsten Eigenschaften erklären oder die Technologie in ihren Facetten beschreiben. Mit 46 Prozent empfindet fast die Hälfte der Deutschen etwas Positives, wenn sie an KI denken, für 28 Prozent ist das Phänomen negativ besetzt. 75 Prozent der Bevölkerung befürworten den Einsatz von KI in der Forschung, 73 Prozent in der Industrie, 65 und in der Medizin. Überwiegend positiv bewerten die Befragten auch eine verbesserte Verbrechensbekämpfung oder Wissensvermittlung etwa durch persönliche Assistenten.

Negativ sehen es 69 Prozent der Teilnehmer, wenn KI menschliche Kontakte ersetzt. Überwiegend kritisch beurteilen sie auch algorithmische Entscheidungsfindungen in der Rechtsprechung (66 Prozent), in der Verteidigung (50 Prozent) oder in der Altenpflege (49 Prozent). 72 Prozent der Bundesbürger haben große Sorgen vor Hackerangriffen, die mit Hilfe von KI automatisiert oder personalisiert werden können. An zweiter Stelle steht mit 71 Prozent die Angst, dass die Technologie missbraucht wird, um Menschen zu manipulieren. Zwei von drei Befragten befürchten, dass KI-Systeme bei sicherheitskritischen Anwendungen Fehler machen, zum Beispiel bei hoch automatisierten Fahrzeugen. (tiw)