Missionszeit verlängern: Erstmals zwei kommerzielle Satelliten angedockt

Erstmals ist es gelungen, zwei kommerzielle Satelliten im Orbit zu verbinden. Mit dem Manöver soll die Lebenszeit eines Fernsehsatelliten verlängert werden.

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MEV-1 aus der Sicht von IS-901 vor dem Andocken

(Bild: Norhtrop Grumman)

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Dem US-Konzern Northrop Grumman ist es gelungen, erstmals einen kommerziellen Satelliten an einen anderen kommerziellen Satelliten anzudocken und ihn mit Treibstoff zu versorgen. Solch eine missionsverlängernde Aktion habe es im geosynchronen Orbit noch nicht gegeben, teilt der Konzern mit und spricht von einer "historischen Leistung".

Der Satellit MEV-1 (Mission Extension Vehicle-1) habe erfolgreich an den bereits deaktivierten Intelsat 901 des gleichnamigen Luxemburger Unternehmens angedockt und werde mit seinen eigenen Schubdüsen und seinem eigenen Treibstoff nun dafür sorgen, dass der weitere fünf Jahre arbeiten kann.

Bei Intelsat 901 (IS-901) handele es sich um einen voll funktionsfähigen Kommunikationssatelliten, dem aber der Treibstoff ausgeht, erklärt Northrop Grumman. Er war im Juni 2001 gestartet worden und versorgte dann Europa, Afrika, Südamerika und Teile Nordamerikas mit Fernsehsignalen. Im Dezember sei er wegen des zur Neige gehenden Treibstoffs aber aus dem aktiven Einsatz entfernt und zur Sicherheit um 290 Kilometer über seinen regulären Orbit in rund 35.800 Kilometern angehoben worden. Bereits am 9. Oktober 2019 startete MEV-1 und machte sich auf den Weg zur neuen Position von IS-901.

Am 25. Februar gelang es nun, die beiden Satelliten aneinander anzudocken, erklären die beiden beteiligten Unternehmen. Nun würden einige Prüfungen durchgeführt, bevor MEV-1 damit beginnen soll, die verbundenen Satelliten in Richtung des ursprünglichen Orbits von IS-901 zu bewegen. Im April soll der dann weiterhin an MEV-1 angedockte Kommunikationssatellit von Intelsat seine Arbeit wieder aufnehmen und fünf weitere Jahre aktiv bleiben.

Andockmanöver zweier kommerzieller Satelliten (5 Bilder)

MEV-1 noch in weiter Ferne
(Bild: Northrop Grumman)

Insgesamt hat MEV-1 genug Treibstoff, um für 15 Jahre Missionsverlängerungen zu ermöglichen. Dafür könnte er auch noch ab- und an einen anderen Satelliten andocken. Erst einmal stehen aber nun fünf Jahre mit IS-901 an, über weitergehende Pläne äußern sich die Unternehmen nicht. Noch in diesem Jahr soll außerdem ein weiterer Satellit zur Missionsverlängerung starten – MEV-2 – und die Lebenszeit eines anderen Intelsat-Satelliten verlängern. (mho)