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Mit Biomarkern gegen posttraumatischen Stress

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Allein in den USA leiden fast acht Millionen Personen an PTBS, der Posttraumatischen Belastungsstörung, die Menschen nach traumatischen Situationen wie Kriegseinsätzen oder Unfällen ereilt. Ein Konsortium aus amerikanischen Psychiatern, Neurobiologen und Informatikern will nun systematisch Verfahren aus verschiedenen Disziplinen kombinieren, um die Erkrankung schneller erkennen und behandeln zu können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Mit Hilfe von genetischen Daten, physiologischen Messungen und Hirnscans wollen die Forscher verstehen, wie sich PTBS im Körper entwickelt und welche frühen Hinweise ihr Kommen verraten.

Denn bislang bleibe die Hälfte aller Behandlungen wirkungslos, sagt Roger Pitman, PTBS-Experte am Massachusetts General Hospital, das die klinischen Studien leitet. Bei manchen Patienten kehre die Störung nach einiger Zeit gar wieder zurück. "Vielleicht können wir Muster biologischer Abweichungen finden, die uns helfen, im voraus eine möglichst passende Therapie zu entwickeln", so Pitman.

"Jede Störung fällt anders aus. Wie ein Mensch auf das Trauma reagiert, hängt von anderen Erfahrungen ab, von Mechanismen der Stressbewältigung und von der Unterstützung seines Umfelds, selbst Gene und Hormone haben einen Einfluss darauf“, sagt David Diamond, Neurowissenschaftler am Veteran Affairs Hospital in Tampa, Florida, und Mitglied des Forscher-Konsortiums. „Wir wissen inzwischen, dass das Zusammenspiel all dieser Faktoren bei der Verarbeitung eines Traumas Spuren im Gehirn hinterlässt.“ PTBS-Patienten reagieren beispielsweise auf Stressreize anders als gesunde Menschen. Doch lässt sich der Unterschied noch nicht exakt messen. Langfristig könnte das Forschungsprogramm dazu führen, dass Ärzte schon das Auftreten typischer PTBS-Symptome verhindern, hofft das Team.

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(bsc)