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Mit Drohnen gegen das Coronavirus: "kreative Nutzung" von Hightech als Dystopie

In China sind ganze Städte abgeschottet, auf den Straßen tragen die Menschen Mundschutz. Wer das nicht tut, kann von einer Drohne ermahnt werden.

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(Bild: Global Times)

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Temperaturmessungen per Drohne und fliegende Lautsprecher, die Menschen unmissverständlich an ihren Mundschutz erinnern oder gleich nach Haus schicken: Die chinesische Global Times bejubelt "innovative Maßnahmen", mit denen im Kampf gegen das Coronavirus geholfen werden soll. Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte Zeitung hat dazu in einem Artikel und einem Video Beispiele von lokalen Amtsträgern zusammengetragen, die im Kampf gegen den Virus "auf moderne Technik setzen". Was Chinesen begeistern und aufheitern soll, dürfte hierzulande aber eher dystopisch wirken.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Zu sehen ist in dem Video etwa eine Drohne, die an einem Hochhaus empor fliegt und Bewohner über einen Lautsprecher auffordert, für eine Messung der Körpertemperaturen die Fenster zu öffnen. So soll mutmaßlich ohne Körperkontakt nach Erkrankten gesucht werden. Später ist eine Polizistin zu sehen, die eine Kreuzung überwacht und ebenfalls mit einer Drohne Fußgänger unmittelbar anspricht, die keinen Mundschutz tragen. Offensichtlich so laut, dass es auf der ganzen Kreuzung zu hören ist, fordert sie diese auf, ihn aufzusetzen.

(Quelle: Chinese Global Times)

Schließlich gibt es noch Aufnahmen aus der Inneren Mongolei, wo Menschen per Lautsprecher einer Drohne für das Herumlaufen ohne Mundschutz kritisiert und "scharfzüngig" nach Hause geschickt werden, wie die Global Times kommentiert. Ein Kind, das augenscheinlich alleine in einem Dorf unterwegs ist, wird von der Drohne mit den Worten: "Das Coronavirus ist sehr ernst... Renn!" aber schon eher von der Straße gejagt. Außerdem sind Drohnen zu sehen, die gleich im Schwarm zum Desinfizieren eingesetzt werden. Roboter fahren das Essen zu Patienten.

Diese "kreative Nutzung von Drohnen" habe viele chinesische Internetnutzer aufgemuntert, die wegen des Virus das Haus nicht verlassen können, schreibt die Zeitung noch. Die Herangehensweise sei nicht nur kreativ, sondern auch effektiv, habe ein Nutzer auf Weibo kommentiert. "Guter Einsatz von Hightech", habe ein weiterer gemeint.

[Update 04.02.2020 – 09:00 Uhr] Inzwischen werden vermehrt Zweifel an den Videos geäußert, vor allem weil die gezeigten Videos offensichtlich von der Plattform TikTok stammen. Tatsächlich sind die Aufnahmen aus der Inneren Mongolei wohl von einem Influencer. Der hat den Berichten zufolge aber mit lokalen Behörden kooperiert. Dass Verkehrspolizisten Drohnen zur Ansprache von Fußgängern einsetzen, war bereits vor Monaten berichtet worden. Um solch ein Gerät dürfte es sich in den weiteren Videos handeln. (mho)