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Mit Gentechnik gegen Malaria

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Gesundheitsorganisationen führen rund um den Globus seit Jahrzehnten einen mühseligen Kampf gegen Malaria. Insektizide oder Moskitonetze in Schlafräumen haben nicht verhindern können, dass jährlich eine Million Menschen an der tropischen Krankheit sterben. Nun verbreitet eine Studie einen neuen Hoffnungsschimmer, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Mit Hilfe von gentechnisch veränderten Bakterien könnte man dem Erreger direkt in seinem Wirt, Mücken der Gattung Anopheles, zuleibe rücken.

Bereits vor zehn Jahren hatte Marcelo Jacobs-Lorena von der Johns Hopkins University eine gentechnische Strategie entwickelt. Er züchtete Moskitos, die dank einer genetischen Änderung ein Anti-Malaria-Peptid im Körper produzieren. Was im Labor gut aussah, erwies sich in der freien Wildbahn jedoch als schwierig umzusetzen – selbst wenn Forscher in einer bestimmten Gegend eine Millionen gentechnisch veränderte Moskitos freilassen, ist nicht sicher gestellt, dass sie ihre bereits vorhandenen Artgenossen im Kampf um Nahrung ausstechen und sich so durchsetzen.

Deshalb hat der Biologe die Strategie geändert. Anstatt direkt das Erbgut der Moskitos zu manipulieren, setzt er auf Bakterien, die in Symbiose mit dem Insekt in dessen Darm leben. Dort muss nämlich der Malaria-Erreger Plasmodium falciparum einen Teil seines Lebenszyklus hinter sich bringen – und zwar, bevor die Mücke ihn an den Menschen weitergibt. Bilden die Bakterien ein Peptid aus, das die Entwicklung des Erregers unterbricht, würde dessen Übertragung während eines Mückenbisses verhindert.

Jacobs-Lorena will die Bakterien-Methode nun in einer realen Umgebung testen. Wie die Bakterien irgendwann in der Natur verbreitet werden können, ist noch nicht ausgemacht. Eine Möglichkeit wäre, die präparierten Baumwoll-Bällchen an verschiedenen Punkten rund um ein Dorf in einem malariaverseuchten Gebiet auszulegen, sagt der Biologe.

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(bsc)