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Mit Google zum Mond

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Immer wieder wurden Google Earth und das Geodatensystem der NASA verglichen. Nun verkündeten die US-Weltraumbehörde NASA und Google eine weitreichende Zusammenarbeit zur Entwicklung technischer Lösungen für das Management großer Datenbestände, für das "Distributed Computing" und für Mensch-Computer-Schnittstellen. Zentrales Ziel des vereinbarten "Space Act" ist es, die reichen Datenbestände der NASA mittels gemeinsamer Entwicklungen fürs Internet aufzubereiten, verkündeten die beiden Partner.

"Die NASA hat mehr Informationen über unseren Planeten und das Universum gesammelt als jede andere Organisation in der Geschichte der Menschheit," sagte Chris Kemp, Director of Strategic Business Development des Ames-Forschungszentrums der NASA. "Aber obwohl all die Information für das Wohl aller gesammelt wurde und vieles davon öffentlich und frei ist, ist es doch meist weit verstreut und für Nicht-Experten schwer zugänglich und verständlich."

In einer ersten Serie von Projekten im Rahmen der Space-Act-Vereinbarung ist geplant, Echtzeitwetterberichte und -vorhersagen verfügbar zu machen sowie hochauflösende 3D-Karten von Mond und Mars. In Zukunft sollen auch die Bewegungen der Internationalen Raumstation und des Space Shuttle verfolgt werden können. "Die Vereinbarung wird bald jedem Amerikaner virtuelle Flüge über den Mond und durch die Schluchten auf dem Mars ermöglichen", betonte NASA-Vertreter Michael Griffin. Erste Marsbilder gibt es bei Google bereits.

Laut Google-Chef Eric Schmidt ergibt die Partnerschaft für Google viel Sinn: Sein Unternehmen werde von dem technische Erfahrungsschatz und den Datenbeständen der NASA profitieren. Dabei dürfte Google sich nicht zuletzt über den Zugriff auf die Datenbestände die Hände reiben: Die Geodaten der NASA werden nun in Google Earth integriert. Gemeinsame Forscherteams sollen dann für die Zukunft weitere nutzerfreundliche Anwendungen entwickeln. "Wir sind sehr davon angetan, mit der Unterzeichnung des Space Act bei einer Reihe von technischen Herausforderungen zusammenzuarbeiten", betonte Schmidt. Die Zusammenarbeit werde die Durchschlagkraft einer Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft demonstrieren, ergänzte der Direktor des Ames-Forschungszentrums, Pete Worden. "Ich möchte, dass die NASA Partnerschaften mit der Privatwirtschaft schmiedet, die Innovationen voranbringen und dabei Visionen für die Erforschung des Alls schaffen", erklärte Worden.

Weitere Details der Zusammenarbeit bei Forschung, Produktion, dem Betrieb von Forschungszentren, der Ausbildung und bei NASA-Missionen würden noch geklärt, heißt es bei Google und der NASA. Geld wird bei dem Deal offenbar nicht fließen, zumindest nicht in großem Stil. Weitere Partnerschaften sind erwünscht oder schon auf dem Weg. Die Carnegie Mellon Universität, die NASA, Google und das National Geographic Magazin arbeiten etwa im "Global Connection"- Projekt an einer Integration von Geodaten, neuen Informationen aus Katastrophengebieten und Untersuchungsergebnissen aus National Geographic. (Monika Ermert) / (jk)