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Mit Microsoft ganz einfach in die Cloud

Das beherrschende Thema der zweiten Keynote der Microsoft-Entwicklerkonferenz Build waren die Cloud-Dienste des Unternehmens und deren Integration in den Windows-Kosmos, aber ebenso auch in die Nicht-Microsoft-Welt.

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Microsoft hat die Verwaltungsfunktionen für Cloud-Dienste erneut überarbeitet und bietet sie derzeit als Preview parallel zu der alten Oberfläche an.

Fast drei Stunden dauerte auch die Keynote des zweiten Tags auf der Entwicklerkonferenz Build. Alles rankte sich um den Cloud-Dienst des Unternehmens, der seit kurzem nicht mehr Windows Azure, sondern Microsoft Azure heißt. Die Kurzfassung lautet: Azure ist die ideale Plattform für alle, egal ob IaaS, PaaS oder SaaS, ob Linux- oder Windows-VM, ob PHP, Java oder ASP, ob iOS oder Android, ob Business oder Spiele -- die Demos in der letzten Stunde des Keynote-Videos untermauerten das.

Eindrucksvoll ist das in mehreren Punkten: Da wäre zum einen die Integration der Cloud-Dienste in Visual Studio. Aus einem Projekt heraus lassen sich Server-VMs erstellen, verwalten und mit Code bestücken. Web-Sites lassen sich Live debuggen, Änderungen an einzelnen Elementen im Inspektor des Browsers werden sogar automatisch in die Entwicklungsumgebung zurückreflektiert. Das teils im Browser bedienbare Visual Studio Online ist jetzt offiziell fertig. Hier zahlt sich die enge Verzahnung der Produkte aus einem Haus aus.

Windows und Windows Phone auf Microsofts Build 2014

Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build 2014 einiges an Neuerungen zu Windows 8.1 und Windows Phone vom Stapel gelassen - immer unter der Prämisse, endlich auch im Tabet- und Smartphone-Bereich besser dazustehen.

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Visual Studio Online ist auch ein Teil von Funktionen, die Microsoft "Azure Portal" nennt. Es soll den Diensteinkauf in der Cloud für den Kunden transparent machen, indem es detaillierte Informationen über die Benutzung und vor allem die Kosten für eine aus Cloud-Ressourcen wie Datenbanken, VMs, Web-Site zusammengesetzte Anwendung liefert. Noch ist das Portal erst als Preview erhältlich und über eine separate URL für Azure-Kunden erreichbar (https://portal.azure.com/). Die dort anzutreffende Gallery enthält in Art eines App-Store Dienste auch von Dritten.

Ebenfalls eindrucksvoll ist aber auch die Öffnung in alle möglichen Himmelsrichtungen: Es gibt SDKs, die Android- und iOS-Geräten die Microsoft-Cloud erschließen, etwa Zugang zur Authentifizierung per Active Directory verschaffen. Für die massenweise Vorkonfiguration von VMs kooperiert Microsoft unter anderem mit Puppet Labs, die für Konfigurationsmanagement in der Unix-Welt bekannt sind. Wie selbstverständlich sind auch Sprachen und Web-Umgebungen abseits der Microsoft-Welt wie Java und PHP in der Microsoft-Cloud zu haben.

Viele Assistenten und die überarbeitete Oberfläche täuschen über ein Detail nicht hinweg: Azure ist kompliziert, weil sich der Nutzer zwischen verschiedenen Tarifen für Web-Server entscheiden muss und mitunter nicht deutlich wird, ob bestimmte Funktionen schon für produktiven Einsatz geeignet sind oder zusätzlich Lizenzkosten verursachen. Das gilt zum Beispiel für das ab sofort erhältliche Azure Active Directory Premium – es wird im Juli kostenpflichtig und nur im Rahmen eines Konzernvertrags (Enterprise Agreement) zu haben sein. (ps)