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Mit Simulationen zum Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen

Mithilfe von Computersimulationen haben Mediziner der Berliner Charité ein Opioid entwickelt, das keine Nebenwirkungen nach sich zieht. Das neue Medikament entfaltet seine Wirkung nur im entzündeten Gewebe.

Mit Simulationen zum Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen

(Bild: Oliver.Dodd / Flickr / cc-by-2.0)

Durch Simulationen am Computer haben Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin ein neues Wirkprinzip entdeckt, der nur in entzündetem Gewebe wirkt und somit keine Nebenwirkungen verursacht. Nach verschiedenen Simulationen ermittelten sie den gewünschten Aufbau des Stoffes, berichtet Technology Review online in "Opioid ohne Nebenwirkungen".

Ausgangsbasis der Untersuchung war das Opioid Fentanyl, das als weit verbreitetes Schmerzmittel eingesetzt wird. Die Mediziner haben den Wirkstoff modifiziert, indem sie einige von seinen Wasserstoffatomen durch Fluoratome ersetzten. Die Fluoratome ziehen positiv geladene Protonen an, die im entzündeten Gewebe vermehrt vorliegen. Damit ist dessen pH-Wert niedriger als in gesundem Gewebe. Erst ab einer gewissen Protonenkonzentration im Umfeld binden sich diese an die Fluoratome. Die Opioide mit Fluoratomen können nur nach der Protonierung an die Rezeptoren für Opioide binden und ihre Wirkung entfalten.

Im anschließenden Laborversuch mit Ratten bestätigte sich die Wirkstoff-Simulation. Bei den Ratten, die den neuen Wirkstoff bekamen, blieben Nebenwirkungen und Suchtpotenzial aus. Bis das Medikament auf den Markt kommen kann, muss es noch toxikologisch getestet werden, bevor Versuchsreihen an Menschen starten können. Bis zur Marktreife werden noch mindestens fünf Jahre vergehen. (Marco Lehner) / (jle)

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