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Mit Zugriff auf Nutzerdaten angegeben: Facebook entlässt Mitarbeiter

Nachdem er offenbar auf Tinder mit seinem Zugang zu persönlichen Informationen von Nutzern geprahlt hatte, hat Facebook Berichten zufolge einen seiner Mitarbeiter entlassen. Für das Netzwerk kommt der Vorfall zur Unzeit.

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Mit Zugriff auf Nutzerdaten angegeben: Facebook entlässt Mitarbeiter

Facebook ist wie viele andere soziale Netzwerke aus dem Ausland in China gesperrt.

(Bild: dpa, Friso Gentsch/Illustration)

Facebook hat einen Mitarbeiter entlassen, der auf einer Dating-Plattform mit seinem Zugang zu persönlichen Daten von Facebook-Nutzern geprahlt hat. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos habe eingeräumt, dass der Vorfall untersucht werde. Zuvor hatte ihn die Sicherheitsberaterin Jackie Stokes auf Twitter darauf hingewiesen, dass sie von einer Kollegin auf die verstörende Prahlerei aufmerksam gemacht worden sei.

Der Unbekannte habe sich gegenüber einer Bekannten von Stokes bei Tinder als Mitarbeiter von Facebooks Securuty-Team bezeichnet und damit geprahlt, dass er beruflich nach Hackern fahnde. Dabei habe er auch Informationen über sie herausgefunden. Stokes will anschließend verifiziert haben, dass der Unbekannte tatsächlich für Facebook arbeitet. Ob er tatsächlich das Profil der Frau eingesehen hat, wisse sie nicht, aber sie glaube nicht, "dass es Facebook in solch einer Angelegenheit übers Knie bricht und einen Mitarbeiter ohne Grund feuert", erklärte sie noch.

Für Facebook ist der Vorfall ein weitere Rückschlag in der aktuellen Debatte über den Umgang mit den Daten der Nutzer. Dabei soll das Netzwerk zu einer Datingplattform ausgebaut werden, auf der Nutzer erfahrungsgemäß noch sensiblere Daten über sich preisgeben dürften. Nun könnte der Druck auf das Unternehmen steigen, die Daten nicht nur gegen externe Zugriffe – wie etwa den der Datenanalysefirma Cambridge Analytica – besser abzusichern, sondern auch gegen interne durch einen Mitarbeiter. Stamos hat dem Bericht zufolge bereits versichert, dass Angestellte lediglich die Daten einsehen können, die sie für ihre Arbeit benötigen. Wer diesen Zugang ausnutze, werde entlassen. (mho)