Mitarbeiter wollen SAP-Betriebsrat vor Gericht erzwingen

Nach dem Misserfolg bei der Abstimmung auf einer Betriebsversammlung haben drei SAP-Mitarbeiter mit Unterstützung der IG Metall beim Arbeitsgericht Mannheim einen Antrag auf Einsetzung eines Betriebsrat-Wahlvorstandes eingereicht.

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  • dpa

Beim führenden deutschen Softwarehersteller SAP wollen drei Mitarbeiter die Gründung eines Betriebsrates jetzt vor Gericht erzwingen. Nach dem Misserfolg bei der Abstimmung auf einer Betriebsversammlung über dieses Thema hat das Trio mit Unterstützung der IG Metall beim Arbeitsgericht Mannheim einen Antrag auf Einsetzung eines Wahlvorstandes eingereicht. Das teilte die Gewerkschaft am Sonntagabend mit. Die IG Metall unterstütze dieses Vorhaben, initiiere es aber nicht, hieß es.

Auf der Betriebsversammlung in Walldorf hatten sich vor wenigen Tagen nur neun Prozent der über 5000 anwesenden und wahlberechtigten SAP-Beschäftigten für einen Betriebsrat ausgesprochen. Für die Gründung eines Wahlvorstandes wäre die einfache Mehrheit der Anwesenden erforderlich gewesen. Die drei SAP-Mitarbeiter und die Gewerkschaft hatten die Versammlung gemeinsam ins Leben gerufen.

"Einen Betriebsrat zu gründen ist nichts Gesetzeswidriges, sondern ein demokratischer Akt", sagte Mirko Geiger von der IG Metall. Unternehmen wie die SAP sollten stolz sein auf Mitarbeiter, "die sich demokratisch und engagiert in die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen einbringen". Bislang übernehmen die Arbeitnehmervertreter im SAP- Aufsichtsrat die Funktion eines Betriebsrates bei dem Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Das Softwarehaus hat weltweit rund 35.900 Beschäftigte. (dpa) / (jk)