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MobilCom: Wachstum durch Internet

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Das Internet soll dem Telecom-Konzern MobilCom den nächsten großen Wachstumsschub bringen. "Wir wollen in diesem Jahr vier Milliarden Mark Umsatz schaffen und den Gewinn um mehr als zehn Prozent steigern", sagte Gerhard Schmid, Vorstandsvorsitzender und Großaktionär der MobilCom am Donnerstag bei Vorlage der Bilanz in Hamburg. Zudem sei denkbar, dass nach dem erfolgreichen Börsengang der MobilCom-Tochter Freenet.de weitere Töchter und Beteiligungen an der Börse platziert werden.

Die Börse hat die Wachstumsziele der MobilCom bereits honoriert: Nachdem das Papier von seinem Gipfelpunkt bei 147 Euro bis auf 41 Euro abgestürzt war, erholt sich die Aktie seit vergangenem September kontinuierlich und notierte am Donnerstag mittag mit knapp 140 Euro nur wenig unter dem früheren Höchststand.

Zum weiteren Wachstum sollen neue Produkte und Dienstleisungen beitragen, die MobilCom im Laufe des Jahres an den Markt bringen will. Schmid nannte als Beispiele eine Flatrate -- einen günstigen Pauschalpreis -- für die Internet-Nutzung, einen schnellen Internet-Zugang für private Nutzer auf DSL-Grundlage, Internet-Angebote für Unternehmen und den elektronischen Handel und anderes mehr. Details zu einen Großteil der Neuigkeiten will das Unternehmen aber erst auf der Computermesse CeBIT präsentieren.

Der einstige Mobilfunk-Anbieter hat nach Einschätzung von Schmid im vergangenen Jahr den größten Schritt nach vorn in der Geschichte des Unternehmens gemacht. "Wir haben rund 135 Millionen Mark in Infrastruktur und weitere 261 Millionen Mark in Werbung und Wachstum investiert", sagte der MobilCom-Chef. Damit sei es gelungen, die Zahl der Kunden stark zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. In den drei Geschäftsfeldern Mobilfunk, Festnetz und Internet gewann das Unternehmen knapp 1,7 Millionen Kunden dazu. Mit einem neuen Glasfasernetz hat MobilCom zudem die Kapazität seiner Übertragungswege vervielfacht und gleichzeitig den Schritt vom Wiederverkäufer zum Netzbetreiber getan.

Das schnelle Wachstum im vergangenen Jahr, das MobilCom auch durch die Übernahme anderer Unternehmen erreicht hat, hinterließ jedoch Spuren in der Bilanz. Zwar stieg der Umsatz des Konzerns kräftig von 1,47 auf 2,44 Milliarden Mark, doch reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern nach internationalen Standards von 251 auf 123 Millionen Mark. Die Dividende für die Aktionäre sinkt von 0,75 auf 0,25 Euro je Aktie.

Um das Wachstum zu bewältigen, will Schmid das Personal weiter aufstocken. "Wir sind jetzt ganz klar Nummer drei im Markt und konkurrieren mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom und Vodafone/Mannesmann", sagte er. Einschließlich der Übernahmen stieg die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr von 991 auf knapp 2900. Beim Thema Übernahmekarussel brachte Schmid nebenbei sein Unternehmen selbst ins Spiel: Man könne nicht ausschließen, dass nach der Vodafone/Mannesmann-Fusion auch MobilCom ein Übernahme-Kandidat werden könne. "Wenn ein vernünftiges Angebot käme, das wirtschaftlich Sinn macht, wäre ich der letzte, der sich sperrt", sagte er. (dz)