Menü

Mobile Payment: Glase gibt auf

Der schwedische Zahlungsdienstleister stellt seinen Dienst sehr kurzfristig noch heute ein – betroffene Nutzer sollten Guthaben sofort abziehen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 80 Beiträge
Mobile Pay

Nur vier Prozent der Menschen wollen per Mobiltelefon im Geschäft bezahlen.

(Bild: dpa, Monica Davey/Illustration)

Der schwedische Zahlungsdienstleister Glase stellt kurzfristig seinen Dienst ein. Am Dienstagmorgen wurden Nutzer der App per Push-Mitteilung und auf Facebook darüber informiert, dass der Dienst ab 16 Uhr am gleichen Tag nicht mehr zur Verfügung steht. Als Grund wird angegeben, das Unternehmen habe die notwendige Finanzierung nicht sicherstellen können. Weitere Hintergründe sind zur Stunde nicht bekannt. Wer noch Guthaben bei Glase hat, sollte das sofort abziehen.

Aus Seqr wurde Glase

Glase ist eine App für Bezahlen mit dem Smartphone. Im Prinzip eine virtuelle Kreditkarte, funktionierte die App an allen NFC-Terminals, die auch kontaktlose Mastercards akzeptieren. Was Glase von Wettbewerbern wie Boon unterscheidet, war die Möglichkeit, Zahlungen nicht nur aus dem eingezahltem Guthaben, sondern auch per Lastschriftverfahren vom Girokonto zu begleichen.

Lapidar per Push-Nachricht informiert das Unternehmen seine Kunden über das Aus.

(Bild: Screenshot)

Glase wurde ursprünglich vom schwedischen Digitaldienstleister Seamless entwickelt und unter dem Namen Seqr angeboten. Ende 2017 hatte das Unternehmen beschlossen, Seqr einzustellen oder zu verkaufen. Laut schwedischen Medienberichten waren die Gewinne im Verhältnis zu den hohen Betriebskosten nicht groß genug. Schließlich gründeten ehemalige Seamless-Manager das neue Unternehmen Glase SE und übernahmen die App, die fortan Glase hieß.

Probleme beim Cashback

Rund lief es bei Seqr und Glase schon länger nicht mehr. Während der Dienst weitgehend funktionierte, kam es wiederholt zu Unregelmäßigkeiten beim Cashback-Programm. Seqr und im Anschluss auch Glase boten Kunden mit einer bestimmten Anzahl monatlicher Transaktionen bis zu 3 Prozent Rückzahlung auf ihren Umsatz an. Schon bei Seqr verzögerte sich Ende 2017 die angekündigte Rückzahlung. Auch nach dem Verkauf an Glase mussten die Kunden auf die quartalsweise Auszahlung der Rabatte warten.

Im Oktober wurden sie dann – wieder nur per Push-Nachricht – darüber informiert, dass es für das zweite Quartal keine Auszahlung geben werde und das Cashback-Programm rückwirkend zum 1. September eingestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt warb das Unternehmen aber noch mit dem Cashback-Programm für seine App. Einzelne Kunden berichten, dass sie den Cashback-Bonus für das erste Quartal auf Nachfrage erhalten haben. (vbr)

Anzeige
Anzeige