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Mobile Payment: Vodafone stellt seine Wallet ein

Ende Juni klappt Vodafone seine digitale Geldbörse zu. Damit fährt auch der letzte deutsche Netzbetreiber seine Ambitionen beim Mobile Payment deutlich zurück.

Mobile Payment: Vodafone stellt seine Wallet ein

(Bild: Vodafone)

Vodafone schließt seine digitale Geldbörse: Die Vodafone Wallet wird Ende Juni eingestellt, teilte der Mobilfunkanbieter auf seiner Website mit. Ab dem 28. Juni werden die App und alle damit verbundenen Anwendungen nicht mehr funktionieren. Neukunden können sich ab sofort nicht mehr registrieren. Der Netzbetreiber fordert die Nutzer auf, eventuell in der App abgelegte Daten rechtzeitig zu sichern.

In einer Wallet kann man Kredit- oder Girokarten hinterlegen und damit Zahlungen durchführen. Auch Kundenkarten verschiedener Unternehmen und elektronische Tickets oder Gutscheine lassen sich in so einer Wallet speichern und einsetzen. Wallets gibt es als Teil des Betriebssystems sowie als eigenständige Apps. Ob die eigenen Kreditkarten in einer Wallet eingesetzt werden können, hängt von der ausgebenden Bank ab.

Die Nutzung der Vodafone Wallet war nur für Vertragskunden mit bestimmten, von Vodafone zertifizierten NFC-Smartphones möglich. Dazu war überdies eine spezielle SIM-Karte mit einem Sicherheitselement nötig. Für die Bezahlfunktion der Wallet wurde eine virtuelle Karte der britischen Raphael Bank hinterlegt. Der Vertrag über die Nutzung dieser Karte endet ebenfalls zum 28. Juni. Im vergangenen Jahr hatte Vodafone die Wallet für Visa-Karten und Paypal geöffnet.

Wer noch Veranstaltungstickets oder Coupon-Guthaben in der Vodafone Wallet hinterlegt hat, sollte diese auf jeden Fall vor dem 28. Juni sichern. Tickets sind auch für spätere Termine gültig, können dann aber nicht mehr mit der Wallet abgerufen werden. Deshalb: Tickets anderweitig sichern. Nutzer können sich ihr Guthaben auf dem Coupon-Konto ab sofort auszahlen lassen. Auch das ist nur bis zum 28. Juni möglich. Danach müssen sich Nutzer an die Coupies GmbH wenden, heißt es im FAQ von Vodafone.

Mit Vodafone verabschiedet sich auch der letzte deutsche Mobilfunkanbieter von seiner eigenen Wallet – und damit weitgehend von seinen Ambitionen bei Mobile Payment. O2 und BASE hatten ihre Wallets bereits 2016 eingemottet, zum Ende des Jahres stellte auch die Telekom ihre MyWallet in Deutschland ein. Auch das ursprünglich von den drei Netzbetreibern zusammen unterstützte Mpass ist inzwischen Geschichte. O2 versucht es weiter mit einem Konto-Angebot der Fidor Bank, das Mobile Payment aber auch nicht unterstützt.

Für Mobile Payment muss man in Deutschland derzeit auf Apps wie Boon oder Seqr (das bald in “Glase” umbenannt wird) ausweichen. Bis die Branchengrößen Apple Pay und Google Pay auch hierzulande offiziell einsetzbar sind, kann man sich mit Karten bestimmter Banken aus anderen EU-Ländern helfen, die schon mit Apple oder Google zusammenarbeiten. Darüber hinaus bieten zahlreiche Handelsketten eigene Apps an, mit denen im Laden mehr oder weniger komfortabel bezahlt werden kann. (vbr)

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