Mobilfunk: Hutchison will britische O2 übernehmen

Telefónica verhandelt jetzt exklusiv mit Hutchison-Whampoa über einen Verkauf der britischen Mobilfunktochter. Es gibt auch bereits ein Preisschild.

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Mobilfunk: Hutchison will britische O2 übernehmen

(Bild: Telefónica/Three/Montage: heise online)

Von
  • Volker Briegleb

Eine Übernahme des britischen Mobilfunkers O2 durch den chinesischen Mischkonzern Hutchison-Whampoa nimmt konkrete Formen an. Hutchison und Telefónica haben am Freitag erklärt, nunmehr exklusive Verhandlungen über einen Verkauf der Telefónica-Tochter zu führen. Die britische O2 soll für umgerechnet 12 Milliarden Euro den Besitzer wechseln, weitere 1,3 Milliarden können nach Abschluss des Geschäfts dazukommen.

Hutchison-Whampoa gehört der mit 9,7 Millionen Kunden (Stand: Juni 2014) kleinste Mobilfunkanbieter auf der Insel, Three. Eine Übernahme von O2, dem mit 24 Millionen Kunden zweitgrößten Mobilfunker, würde einen neuen Branchenprimus schaffen. Der größte Anbieter im Vereinigte Königreich ist bisher Everything Everywhere (EE), ein Joint Venture der Deutschen Telekom und der France Telecom.

Die Deutschen und die Franzosen wiederum führen derzeit Gespräche mit dem Ex-Monopolisten BT, der seinem Portfolio aus Festnetz, Internet und IPTV gerne das Mobilfunknetz von EE hinzufügen würde. Auch Vodafone hat nach der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Cable Wireless vor zwei Jahren verschiedene Dienste im Angebot.

Angesichts dieser Konzentrationsbewegungen auf dem britischen Markt sucht Telefónica eine Option für die Mobilfunktochter, für die es ohne komplementäre Angebote aus dem eigenen Konzern schwer werden dürfte. Nachdem es am Wochenende noch hieß, jeder spreche mit jedem, sind die Verhandlungen mit Hutchison nun exklusiv und eine Übernahme damit wahrscheinlich.

Allerdings haben auch noch die Regulierer ein Wörtchen mitzureden. Die britische Aufsichtsbehörde Ofcom sieht es ungern, wenn durch die Übernahme ein Anbieter vom Markt verschwindet. Wie bei der Fusion von O2 und E-Plus in Deutschland wird in Großbritannien mit Auflagen zu rechnen sein, die den virtuellen Netzbetreibern zu Gute kommen dürften. (vbr)