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Mobilfunkdaten: "exzessive Speicherungen"

In vielen Fällen speichern Mobilfunkunternehmen Verbindungsdaten für sechs Monate, obwohl mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten kürzere Fristen abgesprochen waren und obwohl das für Abrechnungszwecke nicht notwendig wäre.

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Die deutschen Mobilfunkbetreiber haben Probleme, selbst gesteckte Ziele bei der Löschung von Verbindungsdaten einzuhalten. Große Teile der Anrufdaten liegen bis zu sechs Monate in den Abrechnungssystemen von Telekom, Vodafone und Telefónica. Ermittler können diese Daten zur Verbrechensbekämpfung wie bei einer Vorratsdatenspeicherung abfragen. Das berichten der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe 41 und Spiegel online.

Die Netzbetreiber hatten sich 2012 mit dem damaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und der Bundesnetzagentur freiwillig verständigt, die Speicherfristen im Regelfall auf maximal drei Monate zu verkürzen. Insbesondere bei Gesprächen von einem Netz ins andere hat sich seitdem jedoch nichts getan. Diese sogenannten Interconnections werden weiterhin bis zu sechs Monate lang gesichert.

Vodafone speicherte selbst bei Gesprächen im eigenen Netz Daten bis zu 180 Tage. Schaar hält die Praxis für rechtswidrig. Seine Nachfolgerin Andrea Voßhoff (CDU) ließ indes mitteilen, Kunden müssten davon ausgehen, dass ihre Mobilfunkdaten im Zweifel bis zu sechs Monate gespeichert würden. Vodafone und Telefónica erklärten, erst 2016 die Vorgaben vollständig umsetzen zu können. Die Telekom hat die Umstellung für Verbindungen im eigenen Netz hingegen vollzogen. Spiegel Online veröffentlicht eine detaillierte Liste als PDF-Datei, die aufschlüsselt, welche Provider welche Informationen wie lange vorhalten. (jo)