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Mobilfunktarife: Ab 3 Gigabyte Datenvolumen lohnen Laufzeitverträge

Wer mit dem Smartphone mehr als drei Gigabyte im Monat verbraucht, fährt am günstigsten mit Vertragstarifen. Die aber bergen einige Risiken.

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Vertragliche Fallstricke

(Bild: rawpixel)

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Mobilfunk-Vertragstarife sind für die Anbieter eine feine Sache: Der Kunde ist langfristig gebunden und kann nicht mal eben zu einem anderen Anbieter oder in einen günstigeren Tarif wechseln. Aber offenbar haben das viele Kunden durchschaut und verlangen nach kürzeren Laufzeiten; ungefähr die Hälfte der Angebote ist zumindest optional mit kurzer Laufzeit erhältlich. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, denn das Alternativ-Angebot ohne Laufzeit ist oft ein wenig versteckt, berichtet c't in der aktuellen Ausgabe.

Für den Kunden sind Laufzeitverträge vor allem bequem. Er muss sich nicht um ständige Aufladungen kümmern, bekommt nur den aktuellen Verbrauch berechnet und erhält als Geschäftskunde eine Rechnung, die das Finanzamt ohne weiteres anerkennt. Auf der anderen Seite trägt der Kunde aber auch das Kostenrisiko. Wer in Südbaden unterwegs ist und aus Versehen das Schweizer Netz nutzt oder beim Flugzeugwechsel in Dubai gedankenlos Mobilfunk statt WLAN nutzt, muss dann auch die dadurch entstehenden Roaming-Kosten bezahlen.

Fallende Kosten

Die Kosten im Mobilfunk sinken kontinuierlich. Ständig packen die Anbieter zusätzliche Volumen in ihre Pakete oder senken die Preise. Wer langfristig vertraglich gebunden ist, muss jedoch weiter den höheren Preis zahlen. Zwar lassen sich die Provider oft auf einen Handel ein und übernehmen Bestandskunden in neue, günstigere Tarife. Dafür beginnt die Vertragslaufzeit aber wieder von vorne und der Teufelskreis geht in eine neue Runde.

Ganz ausgeliefert sind die Kunden aber nicht: Wer seine Rufnummer aus einem Mobilfunkvertrag mitnehmen will, kann das jederzeit tun. Für die weitere Vertragslaufzeit bekommt man beim alten Anbieter dann eine neue Rufnummer. Will man den Vertrag nicht weiter nutzen, muss man ihn dennoch kündigen, eine Portierung löst keine Kündigung aus. Je nach Konditionen des alten und neuen Vertrags kann sich ein früher Umstieg sogar lohnen, obwohl der alte Vertrag bis zum Ende der Laufzeit noch bedient werden muss.

Total gedrosselt

Wenn das monatliche Datenvolumen aufgebraucht ist, kommt bei einigen Angeboten eine Tariffalle zum Tragen: Der Anbieter bucht dann bis zu drei Mal für jeweils 2 bis 3 Euro einige hundert Megabyte Volumen nach, bevor der Mobilfunkanschluss am Ende doch noch bis zur Unbrauchbarkeit gedrosselt wird. Im Vergleich zum monatlichen Inklusivvolumen ist das Angebot recht teuer. Man fährt günstiger, wenn man das Volumen nicht zu knapp bemisst.

Anders läuft es in den Free-Tarifen von O2: Hier wird der Kunde nicht auf die üblichen 32 bis 64 kBit/s gedrosselt, sondern auf 1 MBit/s. Das reicht für alle gängigen Anwendungen aus und selbst Videostreaming in reduzierter Qualität ist damit noch möglich.

Details zu aktuellen Mobilfunk-Vertragstarifen liefert c't in Ausgabe 21/2018 (uma)

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