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Mobilkom Austria bietet Musik-Erkennung via Handy

Der österreichische Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria hat einen Musik-Erkennungsdienst für Handys gestartet, der Musikstücke identifizieren und "sekundenschnelle Informationen über Interpreten und Titel per SMS" liefern soll. Hört man im Radio oder auf einem bunten Abend ein unbekanntes musikalisches Werk, wählt man eine Mobilkom-Servicenummer an. Ein Computer am anderen Ende hört gut eine halbe Minute zu. Glaubt dieser, das Dargebotene erkannt zu haben, schickt er eine Kurzmitteilung mit Titel und Namen des Interpreten und berechnet 69 Cent. Wird nichts erkannt, ist die entsprechende Kurzmitteilung gratis.

Der Computer vergleicht das Gehörte mit einer von Shazam Entertainment betriebenen Datenbank, die über 1,8 Millionen Musikstücke enthält. Das Unternehmen hat neben der Mobilkom bislang vier britische Netzbetreiber (O2, Orange, T-Mobile, Vodafone), die deutsche Vodafone sowie den finnischen Anbieter TeliaSonera als Kunden gewinnen können.

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Doch müssen die Diskjockeys der Radiostationen wegen des so genannten Music Finder nicht um ihre Jobs fürchten, da ein Kurzversuch von heise online dem Dienst keine besonders gute Erkennungsquote bescheinigt: Obwohl der Service etwa auch bei Rundfunkübertragungen mit Hintergrundgeräuschen funktionieren soll, erkannte der Music Finder selbst in der ruhigen Stube gerade einmal vier von zehn getesteten Titeln. Die deutschsprachigen Lieder "Sei wachsam" (Reinhard Mey), "Die Internationale" (in einer Interpretation von Hannes Wader) und "Na so wirst ned oid" (vom Österreicher Dr. Kurt Ostbahn) konnte der Dienst ebenso wenig identifizieren wie "Les Préludes" von Franz Liszt.

Besonders ärgerlich ist jedoch ein falsches Ergebnis, da die Antwort-SMS automatisch 69 Cent kostet und mancher Kunde darauf den falschen Tonträger kauft. So erkannte der Music Finder den aus dem Radio übernommenen Test-Song -- ein vom Original deutlich zu unterscheidender Remix eines Janet-Jackson-Hits -- fälschlicher Weise als Original. Ob sich die Shazam-Programmierer bei der Identifizierung von Milli Vanillis "Girl you know it's true" als Pinks "My Vietnam" einen morbiden Scherz erlaubt haben, sei dahingestellt. (Daniel AJ Sokolov) (Daniel AJ Sokolov) / (rop)

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