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Mobilkom Austria verkauft Ortsdaten von Handynutzern

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Mobilkom Austria verkauft ab sofort die anonymisierten Bewegungsdaten seiner Nutzer an andere Unternehmen. Wie der größte österreichische Mobilfunkanbieter mitteilte, erfasst er die Positionen sämtlicher 4,7 Millionen Teilnehmer seines A1-Netzes anhand der Funkzellen, verfeinert sie mit GPS-Daten einzelner Nutzer und bündelt sie zu einem Echtzeit-Datenstrom namens A1 Traffic Data Stream.

Mit Ausnahme der GPS-Daten sei dazu keine Zustimmung der Handynutzer erforderlich, erklärte Mobilkom-Sprecher Werner Reiter der österreichischen Zeitung Die Presse. Es würden nur anonymisierte Daten verkauft, außerdem wechsele man die Zuordnungsschlüssel täglich. Langzeit-Bewegungsprofile könnten daher nicht erstellt werden. Die GPS-Daten würden nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer erfasst und ebenfalls anonymisiert.

"Die GPS-Daten können zur Kalibrierung verwendet werden. Damit kann der Bewegungsstrom genauer lokalisiert werden als mit den Zelldaten", erläuterte Mobilkom-Sprecher Reiter gegenüber heise online.

Eine Beispielanwendung ist der kostenlos einsehbare A1 Traffic Monitor mit aktuellen Verkehrsinformationen. Weitere Einsatzgebiete sieht Mobilkom in "Geomarketing, Marktforschung und Planungsvorhaben". Zu den Partnern zählt auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

In Ballungsräumen können SIM-Karten anhand einer Funkzelle mit einer Genauigkeit von wenigen hundert Metern geortet werden. Durch Auswertung von Daten mehrerer Zellen (Triangulation) können Provider den Standort weiter einschränken. In Deutschland nutzt der Navigations-Spezialist TomTom Positionsdaten von Vodafone-Kunden für seinen Stauwarndienst HD Traffic. (cwo)