Mobilkom Austria verlangt Geld bei Vertragskündigung

Wer einen A1-Vertrag kündigen will, soll künftig ein "Deaktivierungsentgelt" von 9,90 Euro an den österreichischen Mobilfunk-Marktführer zahlen. Auch wurde die Kündigungsfrist von zwei auf drei Monate verlängert.

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Der österreichische Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria kassiert ab sofort ein "Deaktivierungsentgelt" in Höhe von 9,90 Euro, wenn ein Mobilfunk-Vertrag der Marke A1 aufgelöst werden soll. Für Neukunden gilt das ab sofort, für Bestandskunden ab 18. April. Bisher gab es ein Deaktivierungsentgelt nur für bestimmte Verträge mit A1-Businesskunden. Gleichzeitig wird die ordentliche Kündigungsfrist von zwei auf drei Monate verlängert. Die Konkurrenz hat mit einem Monat bis acht Wochen deutlich kürzere Fristen. Aufgrund der einseitigen Verschlechterungen haben A1-Bestandskunden ein außerordentliches Kündigungsrecht. Bis 18. April können sie ihren Vertrag auch dann kostenfrei ohne Einhaltung der Frist kündigen, wenn noch eine Vertragsbindung besteht.

"Es wundert uns sehr, dass ausgerechnet der größte Betreiber mit den meisten Kunden es nötig hat, das einzuführen", kommentierte 3-Chef Berthold Thoma die neue Deaktivierungsgebühr, "Es kann einem jeder Kunde Leid tun, der sich darauf einlässt und zum Handkuss kommt." 3 werde keine solche Gebühr einführen. Auch One hegt keine derartigen Pläne, gibt aber sonst keinen Kommentar dazu ab. T-Mobile könnte ebenfalls mit der Einführung einer Deaktivierungsgebühr liebäugeln: Ein Dementi ist von dem magentafarbenen Unternehmen nicht zu vernehmen. "Wir beobachten", hieß es auf Anfrage.

Erst vor kurzem hatte Mobilkom die Gebühr für den Export einer Rufnummer von 19 auf 29 Euro erhöht. Die Regulierungsbehörde prüft noch, ob das rechtlich überhaupt zulässig ist. Mobilkom lockt derzeit Neukunden mit einem Erlass der Grundgebühr für sechs Monate in neu aufgesetzten Zero-Tarifen. Allerdings gibt es gegenüber früheren Angeboten einige Verschlechterungen. Netzinterne Gespräche sind nicht mehr unbegrenzt kostenlos sondern nur noch für 1000 Minuten pro Monat. Verbindungen zur Mobilbox kosten überhaupt 25 Cent pro Minute, und die Zahl der in andere Netze inkludierten Einheiten wurde von 1100 auf 1000 gesenkt.

Dass man die Preise am österreichischen Markt nicht nur erhöhen, sondern sogar noch weiter senken kann, zeigt die One-Tochter Yesss. Ihr neuester Tarif mit Rechnungslegung (Postpaid) hat keine Grundgebühr und keine Vertragsbindungsfrist. Es gilt ein Mindestinlandsgesprächsumsatz von 15 Euro monatlich. Gespräche zu Yesss-Anschlüssen kosten 0,9 Cent pro Minute, in andere Netze fallen 2,9 Cent pro Minute an. Abgerechnet wird im 60/30-Takt, SMS kosten je 15 Cent. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)