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Mod für GTA bringt nicht nur Hillary Clinton in Wallung [Update]

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Seit einigen Tagen ist die amerikanische Volksseele am Kochen, nun soll die Welle der Empörung auch nach Australien geschwappt sein. Auslöser ist jeweils eine rund 1,2 MByte große Modifikation für die PC- und die Xbox-Version des beliebten Computerspiels "Grand Theft Auto: San Andreas" (GTA) namens "Hot Coffee". Nach dessen Installation kann sich der Spieler bei interaktiven Sex-Spielchen mit virtuellen Freundinnen betätigen. Grund genug für Senatorin Hillary Clinton, Mitte vergangener Woche die US-Handelsbehörde aufzufordern, nicht nur die für GTA vergebene Alterseinstufung "M" (Mature) noch einmal zu überprüfen, sondern die "Eignung" des Einstufungssystems des Entertainment Software Rating Board generell.

Zu Wort gemeldet hat sich am Wochenende nun auch der amerikanische Anwalt Jack Thompson, der auf Fälle spezialisiert ist, in denen Personen "aufgrund von Unterhaltungsprogrammen mit Gewaltinhalten, einschließlich Videospielen, verletzt wurden". Laut Thomson befindet sich Rockstar Games auf einer "Schnellstraße in den Ruin", da sie sich mit der Regierung angelegt hätten. "Spätestens in drei Jahren wird es Rockstar Games nicht mehr geben", meinte Thomson gegenüber US-Pressevertretern. Der Anwalt hatte das Unternehmen schon mehrfach öffentlich angegriffen und die GTA-Reihe mit mehreren Morden in Verbindung gebracht, in denen Autos und andere Gegenstände als Waffen eingesetzt worden waren.

"Wir sollten alle zutiefst beunruhigt darüber sein, dass ein Spiel, welches nun die Simulation unzüchtiger sexueller Akte in einem interaktiven Format mit höchst realistischen Grafiken ermöglicht, in die Hände junger Menschen im ganzen Land gefallen ist", meinte die ehemalige First Lady in ihrem Brief. Hillary Clinton fordert zugleich, dass Händler bei Missachtung der Alterseinstufung künftig mit einer Strafe von 5000 US-Dollar belegt werden sollen.

Zuvor hatte bereits Senator Joseph Lieberman in einem offenen Brief an GTA-Publisher Take 2 Interactive gefordert, den Programmcode für eine ausführliche Analyse herauszugeben. Laut Lieberman wird auf jeden Fall das National Institute on Media and the Family das Programm auf die Suche nach den fraglichen Stellen im Originalprogramm machen. So soll geklärt werden, ob die Behauptung des Holländers Patrick Wildenborg, der "Hot Coffee" veröffentlichte, korrekt ist, wonach der Code, die Modelle und Animationen sowie die Stimmaufnahmen der Sexspielchen bereits im Originalprogramm vorhanden gewesen seien. Laut Wildenborg habe er lediglich die von den Rockstar-Games-Programmierern nachträglich gesperrten Inhalte wieder freigeschaltet. In diesem Fall vertreten US-Politiker die Meinung, dass das Spiel die Einstufung "AO" (Adults Only) statt "M" hätte erhalten müssen. Rockstar behauptet hingegen, dass die Spielszenen nachträglich von Wildenborg geschaffen wurden. Mittlerweile soll auch das in Australien für die Einstufung zuständige Office Of Film & Literature Classification eine offizielle Untersuchung eingeleitet haben.

[Update]:
Für die Darstellung, dass sich die Hot-Coffee-Szenen bereits im Programmcode des Spiels befinden, sprechen die im Internet veröffentlichten Codes für das Cheat-System "Action Replay MAX", mit deren Hilfe sich die Sexspielchen auch auf der PlayStation 2 freischalten lassen sollen. (nij)