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Modellversuch mit privaten Smartphones im Unternehmen

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Der multinationale Markenartikler Colgate-Palmolive hat ein "Bring Your Own Device"-Programm ("BYOD") gestartet, um Mitarbeitern die Nutzung privater Smartphones und Tablets zu ermöglichen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Bis Anfang des Jahres erlaubte der Konzern nur gut 1000 oberen Managern den Zugriff auf die Firmen-E-Mail-Server – mit konzerneigenen Blackberrys. Das entsprach gerade einmal knapp 4 Prozent der gesamten Mannschaft (aktueller Personalstand: 26.000). Dabei besitzt in Amerika mittlerweile einer von drei Bürgern ein Smartphone.

Bis vor Kurzem betrachteten viele Firmen die Mobilgeräte ihrer Angestellten weniger als Produktivitätswerkzeug denn als mögliches Sicherheitsproblem. Die Mitarbeiter könnten sich ja beispielsweise auf unsichere Websites begeben, ihre Firmenpost an private Accounts weiterleiten oder Smartphones verlieren, die voller Firmengeheimnisse sind, hieß es oft.

Doch mit mehr als 468 Millionen Geräten aus der iPhone- oder Android-Kategorie, die laut einem Bericht des IT-Analysehauses Gartner in diesem Jahr verkauft werden sollen (von bis zu 70 Mio. Tablets ganz zu schweigen), lässt sich der Trend schwerlich ignorieren. Und: Viele Mitarbeiter machen ihren Job längst auf Consumer-Geräten – fast 37 Prozent laut einer aktuellen Umfrage sogar ohne offizielle Genehmigung ihrer Firma.

Kernstück von "BYOD" ist eine Website, die es Angestellten erlaubt, ihr persönliches Telefon oder ihr Tablet zu registrieren und eine IBM-App namens "Traveler" herunterzuladen, die dann Zugriff auf Kalender und Mails erlaubt – etwa von iPhone oder Android-Geräten aus. (IBM bietet die Software bestehenden Kunden kostenlos an, falls diese bereits Lotus Notes einsetzen.) Bereits am ersten Tag registrierten sich 400 Mitarbeiter, mittlerweile sind über 2500 aktive App-Nutzer in der Firma dabei – mit steigender Tendenz.

Colgate-Palmolive erwartet, dass BYOD auf lange Sicht Geld sparen wird. Nicht nur können mehr Mitarbeiter Büroarbeit unterwegs leisten, sie werden es auch auf Geräten tun, für die der Konzern gar nicht zahlen muss. Einer Firmenmanagerin zufolge spart die Firma beispielsweise eine Million Dollar im Jahr für die 524 Mitarbeiter, die persönliche Blackberrys einsetzen. Wären das Firmengeräte, würde Research in Motion Lizenzgebühren verlangen.

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(bsc)