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Modularer Router: Turris Mox auf Indiegogo

Statt einer Platine für alle Komponenten hat der Router nur ein Basisboard. Bei Bedarf wird es über Steckmodule erweitert. Dafür hat CZ.NIC ein passendes Gehäusekonzept entwickelt.

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!!!NDA:Steckrouter: Turris Mox auf Indiegogo

Drei Jahre nach der Entwicklung und Finanzierung des Open-Source-Routers Turris Omnia hat der tschechische Domainverwalter CZ.Nic ein neues Gerät präsentiert: Der Turris Mox ist ein modularer Router, der sich individuell mit Schnittstellen bestücken lässt. Seit dem gestrigen Dienstag lässt sich das Gerät in einer Indiegogo-Kampagne vorbestellen.

Die Basisplatine, kurz "Mox A", des Routers beherbergt die 1,2-GHz-Dual-Core-CPU (Marvell Armada 3720), 512 MByte DDR3-Arbeitsspeicher, 8 MByte SPI-Flash sowie jeweils einen Gigabit-Ethernet- und USB-3.0-Anschluss. Weiter existiert ein MicroSD-Slot, von dem auch gebootet werden kann, wenn zum Beispiel Softwareerweiterungen mehr als 8 MByte Betriebssystemspeicher erfordern. Ohne Erweiterungsmodule benötigt das Modul laut CZ.Nic 2 bis 3 Watt Leistung.

Mox A ist in der Kampagne für 29 US-Dollar ohne Zubehör erhältlich oder zusammen mit einer SD-Karte, dem Gehäuse, einer 2-Stream-Dual-Band-WLAN-Karte und Netzteil für 89 US-Dollar.

Der Turris Mox zusammengesteckt mit den Modulen B (mPCIe) und C (4 x Gigabit-Ethernet).

In der Kampagne bewirbt CZ.Nic vorerst drei Erweiterungsmodule: Das Mox B bietet Platz für eine Mini-PCI-Express-Karte. Es nimmt unter anderem die WLAN-Karten für den Router auf. Zusätzlich ist es für Mobilfunkmodems auf der Platine vorbereitet – ein SIM-Steckplatz ist bereits aufgelötet.

Mit dem Mox C wird der Router um vier Gigabit-LAN-Anschlüsse erweitert – es bringt den gleichen Funktionsumfang wie der interne Switch des Turris Omnia und bietet somit professionelle Switching-Funktionen wie VLAN-Tagging. Das Mox D bringt einen SFP-Steckplatz mit, das beispielsweise (G)PON-Module für Glasfaser-Anschlüsse aufnimmt.

Mit den Mox-Modulen stimmt man den Router individuell ab.

Die Module werden über einen 64-Pin-Anschluss von der Basisplatine kaskadiert. Der Anschluss liefert sowohl Daten über eine PCIe-2.0-Lane als auch NBase-T bis 2,5 GBit/s, USB und Strom. Mehrere Module des gleichen Typs können nicht gleichzeitig am Basismodul arbeiten. Außerdem können Switch- und SFP-Modul nicht kombiniert werden, da diese gleiche Ressourcen auf der Schnittstelle belegen.

Aktuell plant CZ.Nic keine weiteren Module, hält für die Zukunft jedoch mPCIe-Module mit zwei Slots, 8-Port-Ethernet-Module sowie Basismodule mit höherer CPU-Leistung, mehr Speicher und PoE für möglich.

Der neue Turris-Router wird, wie sein älterer Bruder Omnia, wieder unter der Open Hardware License des CERN laufen, sodass der Hersteller spätestens zum Fertigungsstart alle zur Produktion benötigten Dateien offenlegt – die Module eingeschlossen. Somit können Firmen wie technisch versierte Privatpersonen eigene Module für den Router ohne großen Rechercheaufwand selbst entwickeln und fertigen. Alle Bestandteile des Gehäuses sollen zudem 3D-druckbar sein.

Als Betriebssystem kommt CZ.Nics "TurrisOS" zum Einsatz, das auf dem quelloffenen OpenWRT basiert. Zwar erhält man beim ersten Zugriff eine herstellereigene Oberfläche, darunter liegt jedoch das bekannte LuCI im gewohnten Layout. Experimentierfreudige können TurrisOS in allen Belangen anpassen, da CZ.Nic den Zugriff nicht einschränkt.

Aktuell befindet sich das Team in der Anfangsphase der Entwicklung, die unter anderem durch die Indiegogo-Kampagne finanzielle Mittel erhalten soll. Zwar hat CZ.Nic schon erste Prototypen, sagte aber im Gespräch mit heise online, dass noch viel zu tun sei. Neben dem Platinendesign prüft der Entwickler aktuell fünf WLAN-Chipsätze, um später Fehler auszuschließen. Außerdem muss das TurrisOS für den Mox angepasst werden.

Interessenten haben noch bis zum 3. Mai Zeit, an der Kampagne teilzunehmen und für 29 bis 400 US-Dollar eine Variante des Mox vorzubestellen. Je nach gewähltem Angebot erhalten sie ihren Mox dann im Oktober oder November dieses Jahres. (amo)

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