Mögliche Cyberattacke: Stadt Potsdam nimmt Server der Verwaltung vom Netz

In den IT-Verwaltungssystemen der Stadt Potsdam sind "Ungereimtheiten" aufgetreten. Die Stadt geht von einem Cyberangriff aus, die Verwaltung ist lahmgelegt.

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(Bild: asharkyu/Shutterstock.com)

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Die Landeshauptstadt Potsdam hat am Mittwoch die Internetverbindung zu den Servern der Verwaltung gekappt. Die Verwaltung ist deshalb nicht mehr per E-Mail erreichbar, heißt es in einer Mitteilung des Oberbürgermeisters Mike Schubert. "Wir haben unsere Systeme aus Sicherheitsgründen offline gestellt, weil wir von einer illegalen Cyberattacke ausgehen müssen", sagte er. Die Verwaltungssysteme sollen so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. Man arbeite derzeit mit Hochdruck daran.

Genaue Angaben zur möglichen Cyberattacke und den Hintergründen machte Schubert nicht. Es sollen jedoch in den letzten beiden Tagen in den zentralen Netzzugängen der Stadt Potsdam "zahlreiche Ungereimtheiten" festgestellt worden sein, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Ursächlich soll eine "Schwachstelle im System eines externen Anbieters" sein. Um wen es sich dabei handelt, teilte der Oberbürgermeister nicht mit. Über die Schwachstelle sei versucht worden, von außen unberechtigt Daten von den Servern abzurufen. Außerdem haben die Angreifer Schadsoftware installieren wollen.

Bisher ist noch unklar, ob es den Cyberganoven gelungen ist, Schaden anzurichten. Derzeit analysieren IT-Mitarbeiter der Verwaltung, beauftragte externe IT-Sicherheitsspezialisten und IT-Forensiker gemeinsam die Systeme. Die IT-Spezialisten sollen die Datensicherheit gewährleisten und die Systeme wiederherstellen.

Die Stadt Potsdam hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Wer hinter den Angriff steckt, ist nicht bekannt, soll aber ermittelt werden. Die Landesstellen für IT-Sicherheit und Datenschutz sind nach Angaben Schuberts informiert.

Die Verwaltung ist bis auf weiteres lediglich telefonisch erreichbar, nicht jedoch per E-Mail. Verwaltungsvorgänge können nur noch teilweise erfolgen, da die entsprechende Software nur eingeschränkt genutzt werden kann. Personalausweise und Reisepässe könnten gar nicht beantragt werden, An- und Ummeldungen seien derzeit auch nicht möglich. Wann die IT-Systeme wieder voll einsatzbereit sind und die Verwaltung ihre Arbeit wieder vollständig aufnehmen kann, dazu machte Schubert keine Angabe. (olb)