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Möglicherweise Kontaktdaten von 49 Millionen Instagram-Nutzern öffentlich

Kontaktdaten von 49 Millionen Instagram-Nutzern sollen öffentlich im Netz gestanden haben – darunter auch Infos zum Marktwert mehrerer Millionen Influencer.

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(Bild: dpa, Tobias Hase)

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Eine Datenbank mit persönlichen Kontaktdaten von mehr als 49 Millionen Instagram-Nutzern soll zeitweise öffentlich im Internet abrufbar gewesen sein. Neben öffentlich verfügbaren Informationen zu den Inhabern der Accounts soll die Datenbank auch private Daten, unter anderem Telefonnummern und E-Mail-Adressen, enthalten haben, berichtet das Online-Tech-Magazin Techcrunch. Unter den betroffenen Konten sollen sich auch solche mehrerer Millionen Influencer – unter anderem bekannter Food-Blogger, Prominente und weiterer Social-Media-Beeinflusser – befunden haben. Ihnen war teilweise ihr Marktwert zugeordnet. Die Datenbank ist mittlerweile nicht mehr öffentlich verfügbar.

Entdeckt hat die Datenbank, die auf einem Server von Amazon Web Services abgelegt war, der Sicherheitsforscher Anurag Sen. Dem Bericht nach soll er das indische Marketingunternehmen Chtrbox als Besitzer der Datenbank ausgemacht haben. Das Unternehmen ist ein Mittler zwischen Werbetreibenden und Influencern. Influencer werden von Chtrbox dafür bezahlt, bestimmte Werbebotschaften unter das Social-Media-Volk zu bringen. Wie Techcrunch berichtet, sei den Influencern in der Datenbank ihr Marktwert aufgrund ihrer Follower, Likes und geteilten Posts zugeordnet gewesen. Techcrunch habe außerdem die Stimmigkeit persönlicher Daten durch Telefonanarufe überprüfen können, heißt es in dem Bericht.

Chtrbox hat auf ihrer Website mittlerweile eingeräumt, dass die Datenbank "unbeabsichtigt" für 72 Stunden öffentlich im Netz verfügbar war. Dies sei nach dem Entdecken sofort behoben worden. Das Marketingunternehmen bestreitet jedoch, die Anzahl der öffentlich zugänglichen Datensätze. "In den mehr als drei Jahren unserer Geschäftstätigkeit hatten wir noch nie Daten von mehr als 350.000 Influencern." Die Behauptung, Chtrbox sei für die Weitergabe von mehreren Millionen Daten verantwortlich, sei "unmöglich und falsch".

Chtrbox dementiert Umfang und Inhalt der geleakten Datenbank.

(Bild: Chtrbox)

Das Unternehmen bestreitet außerdem, dass die Datenbank persönliche Daten wie "Passwörter, Bankdaten, Privatadressen oder andere sensible persönliche Daten oder Informationen" enthalten habe. Es wären lediglich öffentlich verfügbare Informationen wie die "Anzahl der Follower und Kennzahlen für das Engagement" enthalten sowie Angaben, die die Influencer selbst gemacht haben sollen. Es wurden keine Daten verwendet, die aus Hacks stammen, noch wurden die Daten verkauft oder weitergeben. Die Datenbank sei lediglich für interne Zwecke bestimmt, um dem eigenen Team die Vermittlung zu erleichtern.

Unklar ist noch, welche Version stimmt. Facebook, dessen Tochterunternehmen Instagram ist, hat nach Angaben von Techcrunch eine Untersuchung eingeleitet. Facebook wolle Chtrbox zu dem Vorfall befragen und herausfinden, woher die persönlichen Daten stammen. Das Ergebnis der Ermittlungen steht derzeit noch aus. Auch Anurag Sen hat sich noch nicht zum Dementi von Chtrbox geäußert.

Im März hatte Facebook eine Datenpanne einräumen müssen. Damals waren mehrere Hundert Millionen Passwörter im Klartext gespeichert und für Mitarbeiter des Konzerns einsehbar gewesen. Davon waren auch mehrere Millionen Instagram-Accounts betroffen. (olb)