Molekulare Kommunikation für die Gesundheitsvorsorge von Handynutzern

Künftige Handys sollen den Gesundheitszustand ihrer Besitzer erkennen, Gewässeranalysen und – spaßeshalber – auch wahrsagen können. Japanische Forscher haben nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht.

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Von
  • Andreas Wilkens

Gesundheits-Check per Fingerabdruck: Die Daten sollen via Mobilfunk diekt in ein medizinisches Netzwerk eingepflegt werden.

Handys der Zukunft sollen den Gesundheitszustand ihrer Besitzer erkennen und Umweltanalysen vornehmen können. Das zumindest strebt der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo zusammen mit Wissenschaftlern der Universität von Tokio an. Nun haben sie nach eigenen Angaben erstmals vorführen können, dass sie der Verwirklichung ihrer Visionen näher gekommen sind, nämlich in Form des ersten Transportsystems für molekulare Kommunikation in einem geplanten Biochip. Zumindest hätten Experimente die praktische Möglichkeit eines solchen Systems mit Hilfe von synthetisierter DNA und Proteinen ergeben, wie sie in Muskel- und Nervenzellen vorkommen und die in der Lage seien, sich durch Umwandlung von chemischer Energie in mechanische Arbeit autonom zu bewegen, heißt es. Dadurch benötigten Geräte mit einer solchen Technik keine zusätzliche Energie.

NTT DoCoMo sieht sich als Vorreiter auf dem Feld der Forschung für molekulare Kommunikation. Anstelle von Funkwellen dienen dabei Moleküle als Trägermedium. Dieses sorgt dafür, dass abgegebene Proben verschiedenen "Mikro-Reaktoren" zugeführt werden, die als Indikatoren dienen. Die Japaner halten es für möglich, dass ein in einem Mobiltelefon eingebauter Biochip in der Lage sein könnte, anhand einer Träne oder eines Schweiß-, Speichel- oder Bluttropfens Krankheiten zu diagnostizieren oder vorbeugende Routineuntersuchungen durchzuführen. Dafür müsste der Handybesitzer beispielsweise lediglich einen verschwitzten Finger auf ein Sensorfeld seines Gerätes legen.

Die dabei gewonnenen Daten könnten mit Hilfe des Mobilfunks direkt in eine elektronische Patientenakte eingepflegt werden, heißt es im Hause NTT DoCoMo. Daneben könnte der Biochip auch für die Analyse des Zustands von Gewässern oder für Unterhaltungszwecke eingesetzt werden, beispielsweise für Wahrsagerei. Auf herkömmliche Weise prognostizieren die Forscher, dass eine kommerziell verwertbare Version ihres Biochips vermutlich in zehn Jahren erhältlich sein könnte. (anw)