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Mothergunship angespielt: Ballern, bis es kracht

Mothergunship angespielt: Ballern, bis es kracht

(Bild: Grip Digital )

Der First-Person-Shooter Mothergunship macht keine Kompromisse: Einfach drauflosballern und die Taktik aus dem Fenster werfen.

In Mothergunship von Grip Digital und Terrible Posture Games geht es um Tempo und schnelle Reflexe. Der geistige Nachfolger des kleinen Indie-Hits Tower of Guns schickt die Spieler wieder in Arenen, die von Feinden nur so wimmeln. In der Story sollen die Spieler eine Invasion aus dem All zurückschlagen und hangeln sich von einer Mission zur nächsten. Aber sei’s drum, wichtig sind diese Erzählschnipsel sowieso nicht. Stattdessen heißt es tief durchatmen, ballern und pausenlos in Bewegung bleiben.

Kaum schließt sich die Tür, geht es schon los. Aus dem Nichts tauchen Drohnen und Roboter auf, die aus allen Rohren auf den Spieler feuern. Kugeln, Raketen und Granaten schwirren ihm um die Ohren, während er sich auf einem Energiefeld durch die Luft katapultiert. Wo oben und unten ist, weiß spätestens jetzt niemand mehr so genau. Für ein paar schwindelerregende Sekunden gibt es in dieser Kugelhölle keine Verschnaufpause, nur diese irrwitzige Mischung aus Tempo, Reflexen und Chaos. Dass sich das Szenario nur wie der x-te Aufguss einer austauschbaren Sci-Fi-Action-Story anfühlt, stört bei dem hektischen Spielablauf wenig.

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Ab und an gibt es aber Ruhephasen. Nachdem alle Gegner vernichtet sind, öffnet sich eine Tür zur Waffenbastelstube. Hier können sich die Spieler aus verschiedenen Komponenten ihre Knarre bauen: Auf ein Grundelement kommt der Gewehrlauf und wer will, kann noch einen Boost installieren. Aus diesem simplen Crafting-Prinzip ergeben sich viele Möglichkeiten. Warum nicht ein weiteres Grundelement einbauen, um die Waffenslots zu erhöhen? Einen Blaster mit tödlichen Wurfscheiben ergänzen oder Mini-Raketen mit einem Energiestrahler benutzen? Das Ergebnis sieht nicht hübsch aus, ist aber effektiv. Am besten stellt man sich das Ganze in der Praxis als eine Mischung aus Borderlands und einem alten Tex-Avery-Cartoon vor: Irre, aber gut.

Dummerweise ist in Mothergunship nichts von Dauer. Jede Mission bietet zwar die Aussicht auf neue Ersatzteile, aber sollte sie scheitern, sind die benutzten Waffen alle verloren. Das ist nicht ganz so dramatisch wie in einem typischen Roguelike-Rollenspiel, schmerzt aber trotzdem. Für mehr Nachhaltigkeit sorgen die Rüstungs-Upgrades, durch die man höher springen kann oder mehr Lebenspunkte erhält. Aber das sind nur kleine Hilfsmittel - am Schluss müssen sich die Spieler immer auf ihre Improvisationsgabe und ihre Reflexe verlassen.

In Buzzwords gepackt ist Mothergunship ein Bullet-Hell-Roguelite-First-Person-Shooter mit Craftingelementen. Terrible Posture Games und Grip Digital haben ein wunderbar schnörkelloses Ballerspiel entwickelt, das in die Vollen geht. In jeder Mission geht es eigentlich nur darum, noch eins draufzusetzen: mehr Kugeln, mehr Feinde, mehr Chaos.

Das funktioniert deshalb so gut, weil sich das Ganze sehr rund anfühlt. Nichts wirkt hier aufgesetzt oder unnötig kompliziert. Aber Vorsicht: Mothergunship ist kein neues Quake oder Doom. Freunde des gepflegten Chaos dürften sich eher an den japanischen Baller-Plattformer Bangai-O erinnern. Mothergunship ist ähnlich schnell, chaotisch und ziemlich irre.

Mothergunship ist am 17. Juli als Download für Windows, PS4 und Xbox One erschienen und kostet ca. 25 Euro. Eine Retail-Version soll im August erscheinen. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt. (dahe [3])


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