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Motorradfahrer verklagt General Motors wegen Unfalls mit autonomem Auto

Ein kalifornischer Motorradfahrer sieht General Motors in der Pflicht, ihm Schmerzensgeld und Schadenersatz zu zahlen, weil sich ein autonomes Auto des Herstellers nicht an die Regeln gehalten haben soll.

Motorradfahrer verklagt General Motors wegen Unfalls mit autonomem Auto

Testwagen von General Motors

(Bild: gm.com)

Der Motorradfahrer Oscar Nilsson aus San Francisco hat General Motors verklagt, weil er mit einem autonomen Auto des Herstellers in einen Unfall verwickelt wurde. Er verlangt Schmerzensgeld, Schadenersatz, Erstattung der Behandlungs- und Gerichtskosten und Ersatz für entgangenen Verdienst als Fotograf. Bei dem Unfall zog sich Nilsson Verletzungen an Nacken und Schultern zu. Der Streitwert beträgt 250.000 US-Dollar. Es ist die erste Klage dieser Art für General Motors (Az. 4:18-cv-00471-KAW).

Nilsson befand sich laut Klageschrift am 7. Dezember vorigen Jahres in starkem Verkehr auf einer dreispurigen Straße auf der Mittelspur direkt hinter einem Chevrolet Bolt. Auf dem Fahrersitz des "Cruise AV" genannten Autos habe sich zwar eine Person befunden, doch habe diese ihre Hände nicht am Lenkrad gehabt, das Fahrzeug sei im autonomen Modus gefahren. Als der Chevrolet auf die linke Spur wechselte, habe Nilsson aufgeschlossen. Plötzlich sei das autonome Auto auf seine ursprüngliche Spur zurückgekehrt und habe Nilsson zum Sturz gebracht. Nilsson wirft dem Beklagten vor, nicht ausreichend seiner Pflicht nachgekommen zu sein, sein autonomes Auto entsprechend den Verkehrsregeln fahren zu lassen.

Für General Motors stellt sich der Vorgang laut Unfallbericht anders dar. Demnach hatte der Cruise AV auf der linken Spur zwischen einer Limousine links hinter ihm und einem Van links vor ihm eine ausreichend große Lücke ausgemacht. Als das autonome Auto bei einem Tempo von etwa 20 km/h ansetzte, die Spur zu wechseln, habe der Van seine Geschwindigkeit verringert, die Lücke sei daher zu klein geworden und der Cruise AV auf die Mittelspur zurückgekehrt. In dem Moment sei das Motorrad mit etwa 27 km/h zwischen der rechten und mittleren Spur herangekommen und habe das autonome Auto gestreift. Der Motorradfahrer habe widerrechtlich ein anderes Fahrzeug rechts überholt, behauptet General Motors.

General Motors testet seit August 2017 autonomes Fahren in San Francisco. Seine Cruise AV wurden im September darauf unverschuldet in sechs Zusammenstöße verwickelt. Kürzlich beantragte das Unternehmen beim US-Verkehrsministerium eine Ausnahmegenehmigung, um Autos ohne Lenkrad und Pedale testen zu dürfen. Bisher ist es in den USA Pflicht, dass während Testfahrten ein geschulter Pilot eingreifen kann. (anw)

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