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Mozilla-CEO wegen Engagements gegen Homo-Ehe in der Kritik

Kaum hat Brendan Eich bei Mozilla das Kommando übernommen, muss er seine erste kleine Krise meistern: Seine bereits bekannte Spende für die Kampagne gegen die Homo-Ehe in Kalifornien sorgt auf Twitter erneut für erhöhten Puls.

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Der neue Mozilla-CEO Brendan Eich steht erneut in der Kritik, weil er 2008 eine Kampagne gegen die Homo-Ehe unterstützt hatte. Bereits 2012 war bekannt geworden, dass Eich im Vorfeld des Volksentscheids über "Proposition 8" 1000 US-Dollar für das Lager gespendet hatte, das sich für ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe im US-Bundesstaat Kalifornien einsetzte. Der Volksentscheid, bei dem sich eine knappe Mehrheit gegen die Homo-Ehe aussprach, fand im November 2008 parallel zu den kalifornischen Parlamentswahlen statt.

Kaum fünf Tage im Amt und schon die erste Krise: Mozilla-CEO Brandon Eich

(Bild: Mozilla)

Nachdem Mozilla am Montag die Beförderung Eichs zum CEO bekannt gegeben hatte, kündigten die Entwickler Hampton Catlin und Michael Lintorn Catlin ihre Unterstützung für Firefox auf. "Als schwules Paar, das bis vor kurzem in Kalifornien noch nicht heiraten konnte, können wir eine Stiftung moralisch nicht mehr unterstützen, die jemanden mit so hasserfüllten Ansichten nicht nur an der Macht lässt, sondern auch noch befördert und ihm die Leitung der ganzen Organisation übetrträgt", begründet Hampton Catlin den Bruch mit Mozilla in seinem Blog.

Das blieb nicht ohne Echo: Auf Twitter wird heftige Kritik an Eich und der Personalentscheidung der Mozilla Corporation geübt. Eich bekennt sich in einem persönlichen Blogeintrag zu Gleichberechtigung und Inklusion. Er bittet um Zeit und die Chance, das nicht nur sagen, sondern auch beweisen zu können. Der Mozilla-Chef bedauert, wenn er Menschen verletzt haben sollte. Bereits 2012 hatte Eich versucht, seine Motive zu erklären.

Eichs Kritiker, darunter auch Mozilla-Mitarbeiter, fordern seinen Rücktritt. Eine Mozilla-Mitarbeiterin, die sich selbst als "queer" bezeichnet, will trotz persönlicher Enttäuschung aber weiter mit Eich zusammenarbeiten: "Man muss herausfinden, wann man sich von jemandem oder einer Gruppe zurückziehen muss, deren Ansichten man nicht teilt, und wann man diese Meinungsverschiedenheiten beiseite schieben muss, um weiter zusammen am gemeinsamen Ziel zu arbeiten", schreibt Christie Koehler in ihrem Blog.

Inzwischen ist Proposition 8 wieder Geschichte: Nach einigem Hin und Her vor kalifornischen Gerichten und dem US Supreme Court wurde das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen im Sommer 2013 wieder aufgehoben. (vbr)

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