Menü

Mozilla: Firefox-APIs für Adblocker sollen bleiben

Mozilla stellt klar: Firefox-APIs, die Werbeblocker benötigen, sollen bleiben. Google hingegen plant Änderungen, die das Blockieren von Inhalten erschweren.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 107 Beiträge

(Bild: Mozilla)

Von

Die Browser-Erweiterungen von Firefox und Chrome ähneln sich sehr und sind fast hundertprozentig kompatibel zueinander. Das liegt an den WebExtensions-Schnittstellen, die beide Browser (und viele andere) nutzen. Aktuell ist Version 2. Für die kommende Version 3 hatte Google im November vergangenen Jahres einen umstrittenen Vorschlag gemacht: Das Planungsdokument "Manifest v3" enthält eine Reihe an Änderungen, die eine Rückwärtskompatibilität ausschließen. Zudem sind Addon-Entwickler gefragt, denn sie müssen Änderungen vornehmen, damit ihre Software weiterhin funktioniert.

Das Hauptproblem bekämen Werbeblocker, deren Funktion eingeschränkt werden würde – Grund für massive Kritik. Nun hat Mozilla Stellung bezogen und sich gegen einige geplante Änderungen ausgesprochen. Zuvor waren bereits Opera, Vivaldi und Brave auf Abstand gegangen. Im Juni macht Google einige Zugeständnis im Werbeblocker-Streit und erklärte, dass niemand die Absicht habe, Werbeblocker abzuschaffen.

Besonders umstritten ist Googles Plan, die Schnittstelle "blocking webRequest" zu streichen. Dieses API erlaubt Addons, den ein- und ausgehenden Traffic zu blockieren, umzuleiten oder zu manipulieren. Adblocker können dadurch etwa blinkende Banner ausfiltern und den Nutzer vor störender Werbung bewahren. Als Ersatz hat Google das API "declarativeNetRequest" vorgeschlagen. Diese Schnittstelle beschränkt aber die Möglichkeiten, Inhalte zu blockieren. "Diese Einschränkungen wirken sich negativ auf Content-Blocker aus, da moderne Blocker sehr anspruchsvoll sind und Algorithmen verwenden, um Anzeigen nicht nur zu erkennen und zu blockieren, sondern sich auch vor den Werbenetzwerken selbst zu verstecken", erklärt Community-Managerin Caitlin Neiman im Mozillas Addons-Blog.

Das alles führe dazu, dass Entwickler ihre Blocker nicht mehr in der jetzigen Form anbieten können, wenn Google sich dazu entscheidet, die Pläne tatsächlich in die Tat umzusetzen. Addon-Entwickler, die dennoch weitermachen, sehen sich mit neuen Einschränkungen konfrontiert, die die Fähigkeiten der Blocker beschneiden, befürchtet Mozilla. Größere technische Umbauen sind nötig. Aus diesem Grund soll das API bleiben: "Wir haben keine unmittelbaren Pläne, die Schnittstelle zu entfernen", stellt Neiman klar. Mozilla wolle nun aktiv mit Addon-Entwicklern zusammenarbeiten, um besser zu verstehen, wie sie die Schnittstellen verwenden und wie man sie dabei unterstützen kann.

Ziel sei es zwar, die Kompatibilität zu Chrome möglichst hoch zu halten; es gebe aber keine Verpflichtung dazu, argumentiert Mozilla. Das zuständige Team will weitere Änderungen, die bei Google beschlossen sind, erst noch evaluieren. Die ersten Ergebnisse sollen in diesem Jahr in den Preview-Versionen (Nightly und Beta) von Firefox zu finden sein. "Wir beabsichtigen nicht, das v2-API zu stillzulegen, bevor Entwickler einen gangbaren Weg zur Migration auf v3 erhalten", versichert Mozilla. (dbe)