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MWC

Mozilla präsentiert mobiles Betriebssystem

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Bereits seit dem letzten Sommer arbeiten die Entwickler der Mozilla-Siftung an einem Mobilbetriebssystem namens Boot to Gecko (B2G). Bislang wurde die Entwicklung nicht an die große Glocke gehängt, jetzt sucht man die große Bühne: Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) Ende Februar in Barcelona will die Stiftung das System erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren.

Im Wiki finden sich bereits erste Screenshots, etwa vom Browser ...

Motivation für B2G ist, dass sich das mobile Web in Mozillas Sicht hauptsächlich durch geschlossene Plattformen darstellt, mit Nachteilen unter anderem auf den Wettbewerb und die Innovation. Boot to Gecko soll dem als offenes Web-Betriebssystem auf Open-Source-Basis für mobile Geräte entgegengestellt werden – frei von den Regeln und Einschränkungen der geschlossenen und geschützten Plattformen.

Mozilla bestätigte auf Nachfrage von heise online, dass man mit Hochdruck an einem Prototypen arbeite. Auf jeden Fall werde man aber eine Demo vorstellen können. Mozillas Technikchef Brendan Eich hatte bereits gezwitschert, dass man auf dem Branchentreffen in Barcelona auch die ersten Partner präsentieren werde.

... und von der Bildergalerie

Wer sich bereits im Vorfeld über Boot to Gecko informieren will, wird im Wiki fündig. Dort verraten die Entwickler anderem, dass Boot to Gecko einen Teil des Unterbaus von Android übernehmen soll, genannt werden der Linux-Kernel und libusb, damit Hardware-Hersteller nicht bei null anfangen müssen. Boot to Gecko soll aber nicht auf Android aufbauen oder dazu kompatibel sein.

Als zweite Software-Schicht kommt die auch im Firefox benutzte Rendering Engine Gecko zum Einsatz. Darauf setzt schließlich die Bedienoberfläche namens Gaia auf. Gaia soll komplett in HTML und JavaScript realisiert werden. Laut Mozilla soll die Entwicklung von B2G stark mit der von Gecko und Firefox mobile verzahnt sein. 95 Prozent des Codes in B2G werde mit Firefox geteilt. Im Moment arbeiten 20 Entwickler in Vollzeit an den B2G-spezifischen Code-Teilen.

Mozilla hat einen ambitionierten Zeitplan: Laut Roadmap will man offenbar bereits im zweiten Quartal 2012 ein marktfähiges Produkt fertigstellen. (jo)