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München stellt Bibliotheken auf RFID-Technik um

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Die Münchner Stadtbibliothek stellt eigenen Angaben zufolge als erste Bücherei Europas ihr gesamtes Ausleihsystem auf RFID-Technik um. Das Schweizer Unternehmen Bibliotheca RFID Systems AG installiert dazu in allen 25 Stadtbibliotheken der bayerischen Landeshauptstadt ein Selbstverbuchungssystem, das sowohl Ausleih- als auch Rückgabevorgänge automatisiert. Nutzer können nach der Identifizierung per Bibliothekskarte künftig bis zu fünf mit RFID-Tags versehene Medien gleichzeitig an einem Selbstbedienungsterminal verbuchen. Die Rückgabe erfolgt über Stationen in den Eingangs- oder Außenbereichen der Bibliotheken, die auch außerhalb der Öffnungszeiten zugängig sein sollen.

Zum Einsatz kommen Transponder und Lesegeräte, die auf einer Frequenz von 13,56 MHz arbeiten. An die bibliotheksinterne Datenbank wird lediglich die auf den RFID-Tags gespeicherte Mediennummer übermittelt, personenbezogene Daten sind nicht auf den Chips gespeichert. Genutzt werden kann das neue System bereits in den Stadtbibliotheken Pasing und Waldtrudering. Die Installation in der Zentralbibliothek Am Gasteig soll Anfang Februar abgeschlossen sein. Von den ingesamt 3,15 Millionen Medien der Münchner Stadtbibliotheken soll bis 2009 der gesamte Freihandbestand (1,5 Millionen) mit RFID-Labels für Selbstverbuchungsvorgänge ausgestattet sein.

München erwartet von der Umstellung auf RFID-Technik künftig jährliche Einsparungen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro – vor allem weil weniger Mitarbeiter benötigt werden: bis zum Abschluss der Umstellung in drei Jahren sollen in den Stadtbibliotheken 29 Stellen wegfallen. Die Schweizer Herstellerfirma hat eigenen Angaben zufolge weltweit bereits 200 Bibliotheken mit RFID-Technik ausgestattet, darunter die Städtischen Büchereien Wien, die Stadtbibliothek Stuttgart und die Universitätsbibliothek Karlsruhe. (pmz)