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Münchner Taxifahrer protestieren gegen "Uberisierung"

Der Fahrdienstanbieter Uber lockt Fahrgäste mit günstigen Preisen – zu Recht? Münchner Taxifahrer empören sich über unfairen Wettbewerb. Jetzt haben sie ihrem Ärger Luft gemacht. Uber kontert, die Fahrgäste seien zufrieden mit dem Service.

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Münchner Taxifahrer protestieren gegen "Uberisierung"

(Bild: Pexels)

Mehrere hundert Münchner Taxifahrer haben mit einer Protestfahrt zum bayerischen Verkehrsministerium gegen den umstrittenen Fahrdienstleister Uber demonstriert. Neue, teilweise illegal vorgehende Wettbewerber hätten der Taxibranche während des Oktoberfests 20 Prozent des Geschäfts weggenommen, sagte der Verbandsvorsitzende Florian Bachmann. Das Personenbeförderungs-Gesetz "wird in einer Art und Weise unterlaufen, die nicht mehr tragbar ist".

Uber sprach von "unbegründeten Vorbehalten". Beim Oktoberfest habe es viele positive Rückmeldungen zur Preistransparenz gegeben, sagte Sprecher Ali Yeganeh Azimi in Berlin.

Taxis müssen jeden Fahrgast zu behördlich festgelegten Fahrpreisen fahren, die Fahrer müssen Ortskunde nachweisen, und die Branche muss ein Angebot rund um die Uhr sicherstellen. Sie gelten als Teil des öffentlichen Nahverkehrs, wie das Kreisverwaltungsreferat erklärte. Uber und einige andere neue Konkurrenten bieten dagegen über Apps Mietwagen samt Fahrer an, ohne Beförderungspflicht und zu "dynamischen Preisen" je nach Nachfrage.

Der Taxiverband warf neuen Konkurrenten vor, Vorschriften zu umgehen und sich etwa vor Hotels die lukrativsten Kunden herauszupicken. Gesetzlich müssten sie eigentlich nach einer Fahrt an den Betriebssitz zurückkehren und dort auf den nächsten Auftrag warten. Stattdessen kurvten sie in München umher oder warteten auf öffentlichen Parkplätzen auf Kunden. In München seien inzwischen viele solcher Mietwagen mit Fahrer unterwegs, die ihren Betriebssitz in Ebersberg, Landsberg oder anderen Landkreisen hätten.

In München gibt es laut Kreisverwaltungsreferat rund 3400 Taxis. Damit habe die Landeshauptstadt die zweithöchste Taxidichte in Deutschland nach Frankfurt am Main. Wie viele Autos Uber in München einsetzt, wollte das Unternehmen nicht mitteilen.

Uber-Sprecher Azimi sagte, anders als im Taxi zeige Uber den endgültigen Preis bereits vor Bestellung der Fahrt an. "Wir verpflichten alle unsere Fahrer-Partner darauf, Regeln wie die Rückkehrpflicht einzuhalten. Allerdings muss auch gesagt werden, dass es Chauffeuren explizit gestattet ist, unmittelbare Anschlussfahrten anzunehmen, ohne ganz bis zu ihrem Betriebssitz zurückzufahren." (dpa) / (mho)

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