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Multimedia für den Kühlschrank

Beim Frühstück schon E-Mails lesen, während des Mittagessens fernsehen und das Abendbrot per Webcam ins Internet stellen: Eine Kombination aus Kühlschrank und Multimedia-PC, die der koreanische Elektronikhersteller LG Electronics in den USA auf den Markt gebracht hat, macht dies möglich.

Der mit 15-Zoll-Display, Lautsprechern und Digitalkamera ausgestattete Kühlschrank ist Surf-Station, Fernseher, Radio und MP3-Player in einem. Außerdem verwaltet er Kochrezepte, Termine und Fotoalben. Die Digitalkamera kann Video-Nachrichten aufzeichnen, Fotos schießen und als Web-Cam genutzt werden. Wer zu faul ist, die Kühlschranktür zu öffnen oder Angst vor Schimmelpilz-Attacken hat, kann sich den Inhalt des Kühlschranks auch digital anzeigen lassen. Außerdem soll das Gerät über eine Selbstdiagnose verfügen, die den Besitzer informiert, wenn etwas kaputt ist.

Wer mit seinem Kühlschrank auch surfen will, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Mit 8.000 US-Dollar ist der Multimedia-Kühlschrank teurer als ein Kühlschrank der Spitzenklasse plus Highspeed-PC. Außer in den USA wird das Gerät auch in Mexiko, Großbritannien und Korea angeboten. Auf Nachfrage von heise online teilte LG Electronics Deutschland mit, dass der multimediale Kühlschrank Anfang oder Mitte nächsten Jahres für circa 5.000 Euro auch in Deutschland zu haben sein wird.

Die Idee, Kühlschränke und Unterhaltungselektronik zu kombinieren, ist allerdings nicht neu. Bereits im Jahr 2000 startete e2Home -- ein Joint-Venture von Ericsson und Electrolux -- in Dänemark einen Feldversuch zum Thema Internet-Kühlschrank. 50 Haushalte testeten damals, ob Kühlschränke als zusätzliche Informations- und Kommunikationsstationen taugen. Die Ergebnisse schienen jedoch wenig Mut gemacht zu haben, denn zu kaufen gibt es den Screenfridge bis heute nicht. "Die Killer-Applikation haben wir bisher noch nicht entdeckt, für die ein Kunde bereit wäre, deutlich mehr Geld auszugeben als für einen gewöhnlichen Kühlschrank", argumentierte Electrolux-Sprecher Ulrich Gartner gegenüber heise online.

Die Vision von einem Kühlschrank, der selbstständig Lebensmittel nachbestellt, wurde aber auch bei LGs Multimedia-Kühlschrank nicht verwirklicht. Zumindest zum Einkaufen muss man die Küche also immer noch verlassen. (Jan Christe) / (Jan Christe) / (pmz)

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