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Multiplayer-Spiele per Webbrowser: Millionenumsätze erwartet

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Noch vor kurzem waren Browser-MMOGs (Massively Multiplayer Online Games) in der Regel Hobbyprojekte, die von engagierten Programmierern ins Leben gerufen wurden, teilweise aber alleine in Deutschland fünf- oder gar sechsstellige Spielerzahlen erreichten. Für das Jahr 2006 rechnen die Geschäftsführer der wichtigsten Publisher mit 15 Millionen Euro Umsatz in Deutschland, berichtet das auf Online-Spiele spezialisierte Magazin Gamesdynamite.de. Diese Auskunft gaben übereinstimmend Oliver Spahr, Geschäftsführer der Freenet-Tochter 4Players GmbH und Klaas Kersting, Geschäftsführer der auf Browserspiele spezialisierten Gameforge GmbH.

Im laufenden Jahr rechnen Spahr und Kersting mit 5 beziehungsweise 7 Millionen Euro. Diese Übereinstimmung ist umso bemerkenswerter, als die beiden Unternehmen unterschiedliche Strategien verfolgen: Gameforge setzt mit Spielen wie Ogame oder Freewar vor allem auf Reichweite, die Spiele sind daher kostenlos. Einnahmen werden durch Werbeflächen und Premium-Accounts mit Zusatzfeatures generiert. 4Players dagegen verlangt für hochwertige Spiele wie SpaceAssault, Scherbenwelten oder dem kürzlich gestarteten IslandAssault monatliche Abogebühren und verspricht der -- dadurch kleineren -- Spielerzahl besonderen Support. Heiko Hubertz, Geschäftsführer der m.wire GmbH, die momentan bei Spielen wie Mafia 1930 noch auf kostenlose Spiele mit kostenpflichtigen Premium-Accounts setzt, erklärte gegenüber heise online: "Der Markt heute ist sicherlich vom Umsatz noch ein recht kleiner im Vergleich zu den Offline-Games, aber in den kommenden Jahren wird die Bereitschaft der Nutzer deutlich steigen, für technisch anspruchsvollere Browsergames auch tiefer in die Tasche zu greifen."

Unterdessen expandieren deutsche Spiele ins Ausland: Einige 4Players-Spiele sind inzwischen in Englisch verfügbar, die Gameforge GmbH bearbeitet dagegen vorrangig den französischen Markt. Gegenüber heise online beklagt Spahr die Mitnahmementalität der Deutschen: "Gerade in den USA, Kanada, Brasilien und Skandinavien sind die User ohne weiteres bereit, für Leistung welche sie in Anspruch nehmen, auch zu bezahlen. Das ist hier noch nicht ganz in den Köpfen angekommen. In Brasilien hat beispielsweise ein Browser-Fußball-Manager fast 50.000 Abonnenten. Derselbe Fußball-Manager kam bei uns trotz intensiver Werbung nicht über ein paar Tausend Kunden hinaus." (Andreas Lober) / (Andreas Lober) / (jk)

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