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IFA

Multiroom-Musiksysteme in allen Hallen

Die vernetzten Aktivlautsprecher von Sonos gehören derzeit zu den gefragtesten Audio-Produkten fürs Wohnzimmer. Doch auch andere Hersteller wollen ein Stück vom Sonos-Kuchen und präsentieren eigene vernetzte Musiksysteme.

Als Neuheit präsentierte Multiroom-Musikpionier Sonos auf der IFA lediglich das kürzlich angekündigte Software-Update, das man am Stand in Aktion sehen konnte: Die Geräte lassen sich nun auch mit dem heimischen WLAN verbinden. Der Markt ist reif für vernetzte Audioprodukte und so gibt es kaum eine große CE-Marke, die nicht eine eigene Verteillösung mit nach Berlin gebracht hat.

Samsung (CityCube Halle B / 101) stellt sein Multiroom-System vor – Panasonic (Halle 5.2 / 101) und LG (Halle 11.2 / 101) ebenfalls. Alle haben etwas weniger Komponenten im Gepäck und schwächeln vor allem, wenn es um die Zahl der eingebundenen Streaming-Dienste geht. Sonos hat sie alle – bei der Konkurrenz ist man meist auf ein oder zwei Anbieter beschränkt.

Yamaha integriert Netzwerkfunktionen in Receiver wie den R-N301 (Bild) oder den CD-Spieler CD-N301. Eine geschlossene Multiroom-Lösung soll es erst in der Zukunft geben.

Die klassischen HiFi-Marken wirken ein wenig wie auf dem falschen Fuß erwischt. Yamaha hatte schon vor Jahren ein eigenes Multiroomsystem namens Musiccast, das inzwischen eingestellt wurde. Auf die Messe kommt das Unternehmen lediglich mit der Information, dass in Zukunft alles über alle Produkte hinweg in allen Räumen spielen soll – vielleicht nächstes Jahr. Bis dahin wird vielleicht auch Onkyo seinen Sonos-Konkurrenten mit im Gepäck haben. Das Unternehmen hatte schon Anfang des Jahres die Kooperation mit Imagination bekannt gegeben. Imagination hat mit Caskeid eine Lösung im Angebot, die die nahezu versatzffreie Musikwiedergabe in allen Räumen per UPnP AV ermöglicht.

Pure hat seine Jongo-Serie optisch leicht aufgepeppt und will mit neuer Firmware für besseren Sound sorgen. Unter der Haube bleibt alles gleich.

Im Einsatz kann man die Technik beim Schwesterunternehmen Pure (Halle 1.2, 113) erleben: Die Jongo-Serie wurde optisch überarbeitet und beherrscht die Musikverteilung von per Bluetooth eingespeisten Signalen – ein wichtiges Feature, da viele Kunden den ersten gekauften Lautsprecher möglichst einfach via Bluetooth mit ihrem Handy verbinden wollen. Caskeid-Geräte hat auch Mediamarkt/Saturn in Form seines Peaq Munet-Systems im Gepäck – allerdings richtet sich die Präsentation nur an das Fachpublikum.

Bei Logitech (Halle 3.2, Stand 212) steht man derweil mutig zu der Entscheidung, die besonders in HiFi-Kreisen beliebte Squeezebox-Serie eingestellt zu haben: "Eine Wiederbelebung der Squeezebox-Serie ist zu 99 Prozent ausgeschlossen", so Logitechs Europa-Chef Markus Mahla gegenüber heise online. Auch dessen Nachfolger UE Smart Radio soll nun auslaufen; die zum Betrieb nötigen Server jedoch weiterlaufen. Mit der UE-Boom hat man zumindest im Bereich Bluetooth-Speaker einen Trumpf in der Hand: Der robuste Bluetooth-Lautsprecher kann sich hören lassen, spätestens wenn man einen zweiten aufstellt und sie per App als Stereosystem bündelt. Ein Multiroom-Ersatz ist das natürlich nicht.

Bei Philips (Halle 22, 101), ebenfalls ein Pionier in Sachen Audio-Streaming, ist es um das aktuelle System – die Fidelio-A-Serie – recht still geworden. Stattdessen stehen zwei vernetzbare Lautsprecher mit Spotify Connect im Vordergrund. Auch sie sind Multiroom-fähig. Die Verschmelzung mit der beiden Systeme ist nach Philips-Angaben nicht geplant, obwohl Spotify Connect prinzipiell per Software-Update nachgeschoben werden könnte.

Der Raumfeld Speaker One S wird künftig die günstigste Systemkomponente sein.

Lautsprecherspezialist Teufel will die Multiroom-Welle derweil nutzen, um neue Märkte zu erschließen. Am Rande der IFA stellte das Unternehmen in seinen neuen Räumlichkeiten am Bahnhof Zoo zwei neue Komponenten vor – den Raumfeld One S und die Raumfeld Stereo M. Vor einigen Jahren hatte man mit Raumfeld ein Multiroom-Startup übernommen, dessen Produkte man unter der Teufel-Marke eher vor sich hin dümpeln ließ. Nun will man mit Raumfeld als Marke die internationalen Märkte erobern. Nach England und Skandinavien steht für nächstes Jahr ein Auftritt auf der CES auf der Agenda. Mit Kraftwerk-Charme, kantigem Design und klassischem Stereo-Sound könnte der Sprung über den Teich gelingen. (sha)

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