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MusicPl@y stellt neue Version von r@dio.mp3 vor

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Woher nehmen und nicht stehlen? Dies dürfte für MP3-Fans wohl eine der drängendsten Fragen in der Post-Napster-Ära sein. Mit r@dio.mp3 bietet sich eine Alternative – legal und kostenlos: MusicPl@y, der in München ansässige Betreiber von r@dio.mp3, stellt auf der CeBIT die neue Version 2.3 seiner Empfänger-Software vor.

R@dio.mp3 arbeitet rechtlich als Rundfunksender und verbreitet sein Signal über Kabel oder Satellit als MP3 (MPEG 1, Layer III) Audiostream. Der Stream wird in der vertikalen Austastlücke des Fernsehsenders NBC übertragen, die bei anderen Sendern zur Übermittlung von Videotext-Angeboten genutzt wird. Zum Empfang benötigt man daher eine TV-Tunerkarte für den PC und die Decodierungssoftware von r@dio.mp3. Als Radiosender entrichtet r@dio.mp3 die üblichen GEMA- und GVL-Gebühren.

Rein optisch unterscheidet sich die neue Software kaum von der Vorgängerversion. Tatsächlich wurde die Funktionalität durch die Möglichkeit der Daueraufnahme erheblich gesteigert. Klickt man den Aufnahmebutton, werden alle Titel des laufenden Programms in separaten MP3-Dateien auf der Festplatte gespeichert. Man kann also, genügend Festplattenkapazität vorausgesetzt, den Computer über Stunden am kostenlosen Audiostream saugen lassen, und die gesammelten Früchte im Nachhinein einer Qualitätskontrolle unterziehen – was nicht gefällt fliegt raus.

"Wir denken darüber nach, in Zukunft auch kleinere Videosequenzen über r@dio.mp3 zu streamen", so Stefan Höper, Geschäftsführer der MusicPl@y GmbH gegenüber heise online. Die Austastlücke bietet eine maximale Bandbreite von 200 kbit/s, was, effektive Kodierungsverfahren vorausgesetzt, auch die Übertragung von zusätzlichen Bildinformationen ermöglicht. Aus diesem Grund beteiligen sich die Münchener an der Entwicklung von Microsofts MediaPlayer 8.0.

Höper ist bewusst, dass er sich mit r@dio.mp3 in einem sensiblen Rechtsraum bewegt: "Wir haben von Anfang an versucht, mit den Anwälten der Musikindustrie zusammen zu arbeiten". So wurde zum Beispiel die Pufferungsfunktion, die das Aufnehmen eines Stückes auch kurz vor dessen Ende ermöglichte, auf Drängen der Musikindustrie aus der Empfangssoftware entfernt. Ab morgen soll die neue Software zum kostenlosen Download bereitstehen. MusikPl@y stellt auf dem Hauppauge-Stand A50 in Halle 9 aus. (sha)