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Musiker gründen Interessenverband

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Mehr als 60 Musiker und Bands wie Billy Bragg, David Gilmour, Robbie Williams, Radiohead, Iron Maiden und The Verve haben sich zu einem Interessenverband zusammengeschlossen. In ihrer Featured Artists Coalition wollen sie mehr Einfluss im Musikgeschäft und bessere Konditionen für sich erreichen. Sie wollen zum Beispiel die Urheberrechte an ihren Werken behalten und diese an die Musiklabel nur lizenzieren, und zwar für höchstens 35 Jahre, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Handlungsbedarf sehen die Musiker vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung und daraus entstehender neuer wirtschaftlicher Bedingungen.

Die Allianz sieht sich nach Darstellung von Jazz Summers, Manager der Band The Verve, als eine Organisation von und für Musiker. Sie soll dafür sorgen, dass die Stimme der Künstler in den Diskussionen um das Musikgeschäft in den Musik- und IT-Unternehmen, Vertrieben und vor allem bei den Regierungen besser wahrgenommen wird. Die Allianz will eine Kampagne starten, um die Politiker dazu zu bringen, die Gesetze besser an die gegenwärtige Musiklandschaft anzupassen. Schließlich seien die ausführenden Künstler für den größten Teil des Umsatzes in der Musikindustrie verantwortlich.

Für eine ihrer Forderungen sieht die Allianz Deutschland als Vorbild. Dort könnten Musiker ihre Werke lediglich lizenzieren, sie blieben im Besitz des Urheberrechts. Diese Praxis müsse auch in anderen Ländern angewendet werden, heißt es in der Kampagnenbeschreibung. Weiter treten die Musiker für eine Gleichbehandlung mit den Komponisten und Textern ein. Ihre Rechte seien fundamentaler, weil sie hundert Jahre früher als jene der Künstler entwickelt worden seien. So werde bei der Ausstrahlung eines Werbespots in Großbritannien zwar der Autor für die benutzte Musik entschädigt, nicht aber der Musiker. Ebenso verhalte es sich mit Titeln, die in US-Radios ausgestrahlt werden. (anw)

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