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Musikindustrie kennzeichnet "faire und legale Musikangebote"

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Online-Dienste, die in Deutschland Musik kostenpflichtig anbieten und sie auch lizenziert haben, sollen künftig gekennzeichnet werden. Der Bundesverband Musikindustrie (BMVI) hat hierfür anlässlich des Reeperbahnfestivals in Hamburg das Gütesiegel "Playfair vorgestellt. Der BVMI vergibt das Siegel beispielsweise an Dienste, die Musik oder Musikvideos per Download oder Streaming kostenpflichtig bereit stellen, oder an Versandhändler, bei denen CDs, DVDs oder Schallplatten online bestellt werden können.

Nur einem Drittel der Deutschen falle es leicht, zwischen legalen und illegalen Angeboten im Internet zu unterscheiden, zitiert der BVMI eine Studie zur digitalen Content-Nutzung der GfK. BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke erläutert: "Wir wollen eine klare Abgrenzung zu den Diensten schaffen, die ihre Geschäfte auf Kosten der Kreativen machen und vortäuschen, die Künstler oder ihre Partner in irgendeiner Form an den Einnahmen zu beteiligen." Damit sind Sharehoster oder Tauschbörsen gemeint, wie aus einem Erklärvideo des BVMI hervorgeht.

Der BVMI erklärt in einem Video, worum es geht

Musikangebote ohne das Playfair-Logo seien nicht unbedingt illegal, erläutert der BVMI – immerhin scheint man sich wenigstens ein bisschen Gedanken um mögliche Missverständnisse zu machen. Momentan ist das Gütesiegel zudem auf Bezahldienste begrenzt. Zu Beginn dieser Initiative könne es passieren, dass einige Bezahldienste, die zwar auch legal sind, noch nicht aufgeführt sind, zum Beispiel, weil sie sich noch in der Antrags- oder Prüfungsphase befinden. Denkbar sei, das Siegel auch auf andere Kulturbereiche auszuweiten wie zum Beispiel Filme, E-Books und Spiele.

Das Playfair-Siegel hat laut BVMI bereits Anklang gefunden. Erste Partner seien die Musikdienste Ampya, Artistxite, Deezer, Juke, HighResAudio, iTunes, Make Music TV, Naxos, rara, Spotify, Weltbild.de und Wimp. Unter den Künstlern, die das Siegel für gut befunden haben, sind Jupiter Jones und Guano Apes. (anw)